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Übergriffe auf Chinesen und Syrer in Köthen: Neonazi bekommt drei Jahre Haft für Gewaltattacken

Der Bahnhof in Köthen.

Der Bahnhof in Köthen.

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MZ

Dessau/Köthen -

Nach Übergriffen auf einen Mann aus Syrien und einen chinesischen Studenten auf dem Bahnhof in Köthen hat das Amtsgericht Köthen den 23-jährigen Verdächtigen jetzt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und einem Monat verurteilt. Das Gericht warf dem Mann, der in einem Ortsteil von Nienburg wohnt, gefährliche Körperverletzung, räuberische Erpressung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Außerdem ordnete es seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Das Gericht hat es als erwiesen angesehen, dass der Mann, der ein Geständnis ablegte und sich selbst darin als Neonazi bezeichnete, am 18. September 2015 auf dem Bahnhofsvorplatz in Köthen einem syrischen Staatsangehörigen ohne jeden Anlass Faustschläge und Fußtritte versetzt und ihn aufgrund seiner Nationalität beschimpft hat.

Am Abend des nächsten Tages soll er am gleichen Ort von einem chinesischen Studenten unter Androhung von Gewalt die Herausgabe von 10 Euro erzwungen haben. Auch den Studenten beschimpfte er mit nach Überzeugung des Gerichts mit ausländerfeindlichen Parolen.

Der mehrfach, auch einschlägig vorbestrafte Angeklagte war laut Urteil bei Begehung der Taten erheblich alkoholisiert. Bei seiner Festnahme in der Nähe des Bahnhofs beschimpfte er die Polizeibeamten ebenfalls und wurde ihnen gegenüber gewalttätig. Einer der Beamten zog sich dabei eine leichte Verletzung an der Hand zu. Der Verdächtige kam anschließend in Untersuchungshaft.

Das Amtsgericht hat in der Urteilsbegründung die ausländerfeindliche Motivation des Täters ausdrücklich strafschärfend berücksichtigt. In der Hauptverhandlung hat der Angeklagte auf Aufforderung der Staatsanwaltschaft den erpressten Betrag dem anwesenden Studenten wieder ausgehändigt. (mz/cb)


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