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Tarifkonflikt: Lehrer streiken in Anhalt-Bitterfeld

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Die Lehrer aus dem Altkreis Köthen traten am Dienstag in den Streik. Sie forderten mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.   (BILD: Ute Nicklisch)
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Lehrer und pädagogische Mitarbeiter in Anhalt-Bitterfeld legten am Dienstag die Arbeit nieder - eine Demonstration der Stärke im Tarifstreit.
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bitterfeld/köthen/MZ

Mit lauten Trillerpfeifen und Trommeln machen Lehrer ihrem Ärger Luft. „Wir lehnen eine unterschiedliche Bezahlung im öffentlichen Dienst je nach Lust und Laune des Arbeitgebers ab“, steht auf einem der Transparente. Rund 400 Schulbedienstete sind am Dienstag in Bitterfeld, Köthen und Wittenberg in den Warnstreik getreten. Auf dem Bitterfelder Marktplatz haben sie sich am Vormittag zu einer Kundgebung versammelt. „Bullerjahn ist ein mieser Arbeitgeber, der unsere berechtigten Forderungen kühl zurück weist. Wir wollen eine gerechte und einheitliche Bezahlung“, bringt der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen-Anhalts, Thomas Lippmann, den Vorwurf auf den Punkt. Die Beschäftigten fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt, gleiche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit und attraktivere Arbeitsbedingungen. Aus dem Altkreis Bitterfeld nahmen 200 Schulbedienstete von 18 Einrichtungen teil, sagt die GEW-Kreisvorsitzende Bettina Kutz. „An den Schulen ist der Unterricht ausgefallen. Teilweise wurden die Schüler beaufsichtigt, teilweise blieben sie zu Hause.“ Laut Kultusministerium habe der Streik keine Probleme verursacht. „Die Betreuung war überall gewährleistet“, sagt Sprecher Martin Hanusch. „Es mussten keine zusätzlichen Kräfte an die bestreikten Schulen geschickt werden.“

Die GEW zeigte sich indes überrascht über eine große Beteiligung. „Mit so vielen hätten wir nicht gerechnet. Aber das zeigt, dass die Betroffenen die Situation nicht sang- und klanglos hinnehmen. Landesbedienstete dürfen keine Beschäftiten zweiter Klasse sein.“ Mit Warnstreiks wolle man Druck auf Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) machen, damit er bei den Tarifverhandlungen Zugeständnisse macht.

Kritisiert werden auch die Arbeitsbedingungen. „Die Belastung ist hoch. Die vielen konzeptionellen Veränderungen im BIldungsbereich müssen umgesetzt werden, dafür fehlt es an Hilfestellung“, sagt Barbara Röder von der Grundschule Steinfurth in Wolfen. Und Christa Blath von der Grundschule Greppin betont: „Es wird immer mehr gefordert, die Klassen werden größer, der Stress wächst. Ein Beispiel ist die Inklusion, das ist Thema Nummer 1 in den Lehrerzimmern. Es fehlten nicht nur Fortbildungen, sondern auch ein Konzept für nötiges zusätzliches Personal.“

Die dritte Verhandlungsrunde mit den Gewerkschaften findet am 7. und 8. März in Potsdam statt. Am Mittwoch sind Streiks in Halle und Haldensleben geplant, nächste Woche sollen Tausende nach Magdeburg kommen.

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