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Schweinehochhaus Maasdorf: Ferkel brutal in Transporter getrieben?

Das Schweinhochhaus Maasdorf wurde 1969/1970 gebaut.

Das Schweinhochhaus Maasdorf wurde 1969/1970 gebaut.

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rebsch

Maasdorf/Berlin -

Schwere Vorwürfe erhebt der in Berlin ansässige Verein Tierschutzbüro gegen den Betreiber des Maasdorfer Schweinehochhauses. Ihm wird ein Verstoß gegen die Tierschutztransportverordnung vorgeworfen, was den Verein dazu veranlasste, in dieser Woche beim Veterinäramt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld Anzeige zu erstatten.

Hinweise aus der Region zur Haltung der Tiere

Konkret geht es um das Verladen von Ferkeln in einen Tiertransporter. Jan Pfeifer, Gründer des Tierschutzbüros, war am 26. November, einem Mittwoch, in Maasdorf und wollte sich das Schweinehochhaus von innen ansehen. „Wir wissen von diesem Schweinehochhaus aus der landwirtschaftlichen Fachpresse. Dort wird Massentierhaltung betrieben. Unser Verein sieht das sehr kritisch. Wir setzen uns für ein Ende der Massentierhaltung ein“, sagte Pfeifer am Freitag im Gespräch mit der MZ. Zudem habe es Hinweise aus der Region gegeben, dass die Tiere in diesem Hochhaus nicht artgerecht gehalten würden.

Der Betreiber habe ihm das Betreten des Hochhauses aus Gründen des Seuchenschutzes jedoch untersagt. Während des Gespräches mit dem Betreiber rollte dann ein Tiertransporter vor. Die Verladeaktion konnten Pfeifer und sein Begleiter dann mit Bildern und Zustimmung des Betreibers dokumentieren (siehe www.tierschutzbuero.de).

Brutaler Umgang mit den Ferkeln

„Die Ferkel wurden mit unglaublicher Brutalität in den wartenden Tiertransporter getrieben. Der Treiber schlug immer wieder mit einer Art Paddel auf einzelne Tiere ein und traf dabei viele am Kopf. Ein besonders schwaches, das über eine Unebenheit im Boden gestürzt war, wurde sogar mit dem Fuß getreten – dies alles ist klar verboten und darf nicht passieren“, schilderte Jan Pfeifer.

Außerdem entdeckten die Tierschützer ein totes Schwein „in einem baufälligen Verschlag“, wie es Pfeifer nannte. „Die Tore waren offen, Seuchen und Krankheiten können sich so ganz leicht verbreiten, auch dieses ist ein Verstoß gegen geltendes Recht, das sieht einen verschlossenen und für Dritte nicht zugänglichen Raum oder Behälter vor“, äußerte er.

Geschäftsführer zeigt sich erschüttert

Michiel Taken, Geschäftsführer der JSR Hybrid Deutschland GmbH, zu der das Schweinehochhaus Maasdorf gehört, zeigte sich am Freitag erschüttert darüber, wie die Tierschützer ihren Besuch in Maasdorf in der Öffentlichkeit darstellen. „Das ist eine ganz unfaire Sache. Es tut weh, wie man das jetzt alles umdreht“, sagte er. Taken war vor Ort, als die Tierschützer das Verladen der Ferkel filmten. Sie hätten durch ihr Verhalten mit dafür gesorgt, dass die Tiere unruhig geworden seien. „Einer hat sich vor die Klappe am Lkw gestellt. Die Ferkel haben sich erschrocken und wollten zurück. Der Fahrer hat sie dann getrieben. Er hat aber keineswegs brutal auf die Tiere eingehauen“, schilderte Taken seine Sicht. Das tote Schwein habe im Kadaverhaus gelegen, um vom Tierentsorger abgeholt zu werden. Dienstags, so Taken, komme immer der Tierarzt. Müsse ein Schwein wegen einer Erkrankung getötet werden, werde das tote Tier am Abend in das Kadaverhaus gelegt. Am nächsten Tag erfolge dann die Abholung.

Taken versicherte, dass im Schweinehochhaus wie im gesamten Betrieb alle Vorschriften eingehalten werden. „Wir haben Kontrollen ohne Ende“, sagte er. (mz)


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