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Mitteldeutsche Zeitung | Schloss Köthen: Aufbau des Bach-Abel-Zentrums verdrängt "Erlebniswelt"
10. February 2016
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Schloss Köthen: Aufbau des Bach-Abel-Zentrums verdrängt "Erlebniswelt"

Die Bach-Gedenkstätte im Köthener Schloss

Die Bach-Gedenkstätte im Köthener Schloss soll in absehbarer Zeit zu einem Bach-Abel-Zentrum weiterentwickelt werden. Dafür wird ein Konzept erarbeitet, das auch den räumlichen Rahmen absteckt - und nach Lage der Dinge den derzeitigen Platz der Erlebniswelt Deutsche Sprache beansprucht.

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Heiko Rebsch

Das Jahr 2016 wird für das Schloss Köthen ein Jahr der Weichenstellung sein. Und dies trifft nicht nur auf die Hülle zu, sondern auch auf die Inhalte. Dabei spielen die Museen die tragende Rolle - für sie soll bis Mai ein neues Konzept erstellt werden. „Eigentlich sind es mehrere Konzepte“, sagt Michael Schuster, Geschäftsführer der KKM, in deren Verantwortung die Erstellung der Konzepte liegen wird.

„Zunächst muss ein neues Museumskonzept her. Bis Mai“, so Schuster. Dabei gehe es darum, die vorhandenen Sammlungen zu sichten, zu bewerten und darüber nachzudenken, was letztlich gezeigt werden soll und wie. Dies soll mit museumspädagogischen Elementen verknüpft werden. „Das betrifft“, betont der KKM-Chef, „alle Ausstellungsbereiche.“

Erlebniswelt muss umziehen

Gleichzeitig wird die KKM an einem Raumkonzept für das geplante Bach-Abel-Zentrum arbeiten und arbeiten lassen. „Dieses Raumkonzept ist Voraussetzung für die Baumaßnahmen und den Masterplan für das Schloss“, unterstreicht Michael Schuster die Bedeutung dieser Aufgabe, auch wenn das Raumkonzept noch keine inhaltlichen Schwerpunkte, noch kein Ausstellungskonzept festlegt.

Allerdings: Auch wenn das Raumkonzept noch nicht existiert, ist eine Konsequenz daraus schon jetzt absehbar. „Die Erlebniswelt Deutsche Sprache muss umziehen“, sagt Schuster. Denn zum Bach-Abel-Zentrum sollen auch die Gemächer gehören, in denen einst Fürst Leopold residierte, der Bach-Fürst, der genaugenommen auch ein Abel-Fürst ist - allerdings eher für Abel Senior, der in Bachs Hofkapelle die Gambe spielte.

Steht die Frage: Wohin mit der Erlebniswelt? Irgendwo im Schlossbereich, so seine persönliche Meinung, möchte Michael Schuster die Ausstellung schon ansiedeln, allerdings fasst er den Begriff Schlossbereich dabei sehr weit. Nicht nur der Ferdinandsbau kommt dabei zur Sprache, sondern auch das Dürerbundhaus, das nur ganz am Rand zum Schlossterrain gehört.

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Wie geht es weiter?

Eine Absichtserklärung über die künftige Unterbringung der Ausstellung kann und will KKM-Chef Schuster nicht abgeben. „Die Erlebniswelt ist vom Status eine private Sammlung, ich verfüge nicht darüber.“ Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft als Betreiberin der Erlebniswelt habe ein Abkommen nicht mit der KKM, sondern mit der Stiftung Dome und Schlösser, dass die Ausstellungsräume mietfrei genutzt werden können. Es habe seinerzeit ein Agreement mit der Stiftung gegeben, wonach die Nutzung der Räume auf dieser Basis erfolgen könne, „die hätten sonst leergestanden, da war eine Nutzung auch zu solchen Konditionen sicher besser“.

Nun müsse man abwarten, ob sich dies mit der Sanierung des Schlosses ändere. „Wenn die KKM die Ausstellung betreiben und bewirtschaften soll, hätte ich sie auch zu bezahlt - denn die KKM zahlt für jeden Quadratmeter im Schloss Miete an die Stiftung.“ Und wenn diese Kosten bei der KKM landen würden, müsse vorher die Deckung geklärt werden. „Aber das ist letztlich sekundär. Zunächst muss ein Ort für die Ausstellung gesucht und gefunden werden.“

Uta Seewald-Heeg, Chefin der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft, erinnert in diesem Zusammenhang an eine Zusage, die Schuster ihr gegeben hat: „Dass unsere Wünsche Berücksichtigung finden werden.“ Konkreter seien die Gespräche bislang nicht geworden. Für die Professorin ist die Erlebniswelt eine Bereicherung der Museumslandschaft im Schloss und im Land. „Gerade in den vergangenen Wochen haben wir sehr viele Schülergruppen in der Erlebniswelt zu Gast gehabt, die hier eine Vertiefung des Deutsch- und Geschichtsunterrichts fanden.“

Die Bedeutung der Ausstellung, für deren Räume man zwar nicht Miete, aber doch in erheblichem Maße Betriebskosten zahle, sollte hinsichtlich der sprachlichen Bildung „allen, die sich Gedanken zur Museums-Landschaft machen, im Hinterkopf sein“. (mz)

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