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Schlittschuhlaufen in Weißandt-Gölzau: Eisiges Vergnügen

Uhr | Aktualisiert 27.01.2013 20:25 Uhr
Manfred Graupner demonstriert, wie der Eis-Klinsmann geht, allerdings sieht das auf dem Gölzauer Eis noch viel eleganter aus als der Torjubel auf dem Fußballrasen. (FOTO: HEIKO REBSCH) 
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In Weißandt-Gölzau findet man die berühmteste künstliche Eislaufbahn im Altkreis Köthen. Obwohl man den dritten Winter zum Eislaufen einlädt, ist die Eisbahn 2013 doch eine Premiere.
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weissandt-gölzau/MZ. 

Früher, erinnert sich Ingrid Stark, sei sie oft Schlittschuh gelaufen. Auf den Fuhnegräben zum Beispiel, bei Schortewitz, wo Ingrid Stark zu Hause ist. "Aber jetzt ist das nichts mehr für mich", sagt sie und boebachtet die Eisfläche, wo ihr Mann Manfred und Enkel Erik ihre Runden drehen. Das sieht schon sportlich aus, "aber am Feuerkorb ist es auch schön", findet Ingrid Stark. Zumal, wenn es so knackig kalt ist wie an diesem Samstagnachmittag in Weißandt-Gölzau.

Dort findet man die berühmteste künstliche Eislaufbahn im Altkreis Köthen. Dies ist ein Feuerwehreinsatz der besonderen Art. "Wir haben die Eisbahn zum dritten Mal aufgebaut", sagt Tino Amler, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes. Obwohl man den dritten Winter zum Eislaufen einlädt, ist die Eisbahn 2013 doch eine Premiere. Hatte man sich zweimal auf dem Schlossplatz zum Kufensport getroffen, war dies in dieser Saison nicht mehr möglich. Das Gelände ist verkauft, dort soll eine Pflegeheim entstehen. Eine Liegenschaftstransaktion der Gemeinde, die die Bahnbauer der Feuerwehr dazu zwang, sich einen neuen Platz zu suchen. Man fand ihn im ehemaligen Festplatz von Weißandt-Gölzau, direkt an der Hauptstraße gelegen.

Kein schlechter Platz. "Wir haben hier eine Eisfläche von 1500 Quadratmetern Größe aufbauen können", sagt Tino Amler. "Das sind 300 mehr als im vergangenen Winter." Außerdem hat man das Gelände mit einem Zaun umgeben "Daran haben die Feuerwehr, der Förderverein der Feuerwehr, der Karnevalsverein, der Ortschaftsrat, die Fußballer und die Schützen mitgearbeitet", sagt der Feuerwehrchef. Der Zaun hat seinen guten Grund: Damit die Eisfläche überhaupt entstehen kann, wurde von Orbitaplast gesponserte Folienbahnen als Fundament ausgebracht, an der es schnell die ersten Zerstörungen gab, bevor man das Terrain sicherte.

Entstanden ist eine Attraktion - wenn auch nur vorübergehend -, die am Samstag viele Besucher nahezu jeder Altersgruppe nach Weißandt-Gölzau lockte. Die allerersten, die schon knapp eine halbe Stunde vor dem offiziellen Start erschienen waren, sind drei Jungs aus Kleinweißandt: Erik, Franz und Hannes sind 11 und 12 Jahre alt und begeisterte Hockeyanhänger, die sich ansonsten im Winter ihre sportlichen Meriten auf dem Teich in Kleinweißandt verdienen; wenn das Gewässer denn ordentlich zugefroren ist. Aber auch im Sommer kommen sie vom Hockey nicht los. "Dann spielen wir das auf Inline-Skatern und mit einem Ball", sagen die Jungs. Die auch ansonsten sportlich genug sind, um auf dem Eis mitzuhalten. Erik und Hannes spielen Fußball, außerdem sind Hannes und Franz auch begeisterte Modellauto-Lenker. Für die Schule, so beteuert das Trio, bleibe aber immer noch genug Zeit.

Manfred Graupner wiederum war schon Eislaufen, als an die drei Jungs noch nicht im mindesten zu denken war. Graupner ist 60 Jahre alt, immer für einen Spaß zu haben und fährt in zwei Eishockey-Steifeln über die Gölzauer Eiswelt. Die Stiefel aus DDR-Produktion sind gut erhalten, haben aber schon etliche Jahre auf dem Buckel. "Die sind doch Spitze", findet der Besitzer, "warum sollte ich die wegwerfen? Nur, weil sie nicht so schön bunt sind?" Früher sei er oft Schlittschuh gelaufen, sagt der bärtige Mann und gerät schon fast ins Schwärmen, als er von Partien auf dem zugefrorenen Cösitzer Teich redet. "Aber hier ist es auch schön", findet er und legt los. Etwas wacklig zuerst, mit diversen Stolperern, dann aber immer sicherer - und den Eis-Klinsmann macht er nur zur Show für den Fotografen. Und weil Graupner eben für Spaß zu haben ist.

Großvater Stark und Enkel Erik drehen noch immer ihre Runden, Oma Ingrid schaut zu, wie das Duo immer sicherer wird. "Wir haben es in der Zeitung gelesen und dann den Enkel angerufen, ob wir hinfahren wollen." Natürlich habe er gewollt, zumal auf dem Schortewitzer Steinteich, wo Erik im vorigen Jahr Eislaufen war, viel Schnee liegt "und ein Baum ist auch umgekippt", sagt Ingrid Stark. "Da ist schön, dass es die Bahn hier gibt."

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