Die Veranstaltung mit Antje Vollmer in Berlin ist nun auch schon wieder Geschichte - und Global Change Now sind dem nächsten großen Kongress in Köthen wieder ein Stück nähergekommen. Der firmiert auf der Homepage der Nichtregierungsorganisation griffig unter "MGS3". Zum dritten Mal wird in Frageform der Dreiklang "Macht-Geld-Sinn" beleuchtet - in diesem Jahr erweitert durch das Thema Energie.
Tom Aslan, Dauerreisender in Sachen MGS3, ist mit dem Stand der Dinge zufrieden. Beim vorigen Kongress sei man viel später mit der Organisation fertig geworden, diesmal sei man schon lange an der Detailarbeit. Das lässt sich auch an der Zahl der fest zugesagten Referenten erkennen, die GCN nach Köthen holen wird. Unter denen sich einige Prominente befinden: Mit Bärbel Höhn kommt eine der bekanntesten Grünen nach Köthen, mit Hertha Däubler-Gmelin (SPD) eine ehemalige Bundesjustizministerin und mit Antje Vollmer (Grüne) eine ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass mit dem Grünen-Europapolitiker Sven Giegold auch einer derjenigen nach Köthen kommt, die im Jahr 2000 die Organisation "Attac" aus der Taufe gehoben haben. Dazu kommt ein illustres Feld von Wirtschaftswissenschaftlern und Theologen, von Finanzfachleuten und Energieexperten. Auf einen der Referenten darf man sich besonders freuen: Felix Finkbeiner ist mit 15 Jahren der mit Abstand jüngste Redner, der bei MGS3 ans Pult treten wird. In der 4. Klasse entwarf er während eines Schulreferats zum Thema "Klimakrise" eine Vision: Lasst uns in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen. Und rief weltweit Kinder auf, mitzupflanzen. Entstanden ist daraus die Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet, auf deren Homepage man den aktuellen Stand der gepflanzten Bäume nachlesen kann: 12 610 367 734. Für Aslan hat Felix Finkbeiners Initiative besondere Wirkkraft: "Wenn ein Junge so etwas schafft, dann haben andere keine Ausreden mehr, nicht an Veränderungen in der Welt zu arbeiten."
In der Kongresswoche vom 9. bis 14. März wird es wieder den Lutzetaler geben. Tom Aslan sieht in dem ersten Versuch Anfang diesen Jahres einen Erfolg, auch wenn es mit der angestrebten Fortsetzung durch eine Köthener Initiative bislang nicht geklappt hat. Es seien aber Grundlagen für ein Regiogeld in Köthen geschaffen worden, ähnliche Initiativen brauchten sonst viel länger, um sich bekannt zu machen.
Man habe mit dem Lutzetaler 2012 Erkenntnisse gesammelt und ausgewertet. Auf dem nächsten Kongress soll es ein Starterkit für Regiogeld geben, "und es wird jedem Bürger möglich sein, sich so ein Kit zu holen". Aslan hofft, dass nach dem nächsten Kongress "eine kleine Welle" von Regiogeldern entstehen wird.