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Karneval: Rosenmontag schulfrei?

Uhr | Aktualisiert 16.01.2013 19:10 Uhr
In diesem Jahr findet der 25. Rosenmontagzug statt. (FOTO: REBSCH) 
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Das wäre eine Nachricht, über die sich viele Schüler sicher freuen würden: Am Rosenmontag ist schulfrei. Doch Köthen ist nicht Köln. In der Metropole am Rhein haben an diesem Tag alle Schüler frei und können sich unter das närrische Volk mischen.
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köthen/MZ. 

In Köthen freilich ist Rosenmontag ein ganz normaler Schultag. Die Verantwortlichen der 1. Köthener Karnevalsgesellschaft 1954 e.V. hätten sicherlich nichts dagegen, würde dies offiziell geändert. Und beim Blick auf eine Seite in der aktuellen Rosenmontagszeitung konnte durchaus der Eindruck entstehen, dass versucht wurde, beim Kultusministerium an irgendeiner Schraube zu drehen, um den Köthener Schülern doch zum offiziellen Schulfrei zu verhelfen.

Also: Hat der Kukakö in seinem Schreiben an Kultur-Staatssekretär Jan Hofmann die Freistellung aller Köthener Schüler am Rosenmontag beantragt? "Das haben wir nicht", versicherte Vizepräsident Bodo-Eckhard Elze auf MZ-Anfrage. Gleichwohl habe man in dem Brief um einen Rat gebeten, wie man es auf einfache Weise ermöglichen könne, dass viele Schüler den Rosenmontagsumzug verfolgen können. Der Beweggrund dafür: Auch der Kukakö muss sich um Nachwuchs kümmern. "Den Jugendlichen zu zeigen, was wir als Karnevalisten machen, ist schwierig. Das geht eigentlich nur an einem Tag wie dem Rosenmontag", äußerte Elze.

Auf drei Möglichkeiten wurde der Kukakö im Antwortschreiben aus Magdeburg hingewiesen: auf den beweglichen Ferientag, auf den Projekttag oder die Freistellung vom Unterricht. Eckhard-Bodo Elze sprach auf Grundlage des Antwortschreibens mit den Schulleitern des Ludwigsgymnasiums und der Sekundarschulen "Völkerfreundschaft" und "Rüsternbreite". Den beweglichen Ferientag zu nutzen, dieses Ansinnen hatte der Kukakö nicht. Einen Projekttag zum Rosenmontag zu machen, das wollten die Pädagogen nicht, was bei den Karnevalisten durchaus auf Verständnis stieß. "In diesem Fall sind ja die Lehrer für die Aufsicht verantwortlich. Doch bei dem Gewusel an der Umzugsstrecke ist es nicht möglich, dass ein Lehrer alle seine Schüler im Blick hat", sagte Elze. Es blieb also nur noch die Möglichkeit der stundenweisen Freistellung, mit der offenbar alle Seiten leben können - der Kukakö, die Schulleitungen und auch die Schüler. Letztere müssen sich aber selbst kümmern und ihre Eltern dazu überreden, einen Freistellungsantrag zu unterschreiben. "Wir haben sozusagen als Service einen Freistellungsantrag in der Rosenmontagszeitung drin, der nur noch ausgeschnitten, ausgefüllt und beim Klassenleiter abgegeben werden muss", teilte der Vizepräsident mit. Das Formular könne auch auf der Homepage des Vereins heruntergeladen werden.

Vom Klassenleiter hängt es dann ab, ob der Freistellungsantrag genehmigt wird. Vorsorglich haben die Karnevalisten auf dem Formular auch von der "regionalen Brauchtumsveranstaltung ,25. KUKAKÖthener Rosenmontagszug 2013" geschrieben. Ein deutlicher Wink an jene Pädagogen, die keine Freunde des Karnevals sind. Die gibt es auch, wie Präsident Patrick Lange der MZ berichtete. So seien in den vergangenen Jahren von Lehrern am 11.11. Klausuren angesetzt worden, so dass die betroffenen Schüler nicht zum Faschingsauftakt gehen konnten. Er habe auch gehört, dass Lehrer gesagt hätten, die Teilnahme am 11.11. oder am Rosenmontag sei für Schüler verboten. "Nur weil einer den Karneval nicht mag, sollen alle anderen nicht hingehen dürfen? Das finden wir nicht in Ordnung", so Patrick Lange.

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