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Jüdischer Friedhof in Gröbzig: Anlage erneut geschändet

Marion Mendez, hier mit einer Menora, ist entsetzt über die Schändung des jüdischen Friedhofs.

Marion Mendez, hier mit einer Menora, ist entsetzt über die Schändung des jüdischen Friedhofs.

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dpa

Gröbzig/MZ -

Marion Mendez, die Leiterin des Museum-Synagoge Gröbzig, ist entsetzt. Innerhalb nicht mal eines Jahres ist es auf dem jüdischen Friedhof erneut zu einer Schändung gekommen.

Die Nachricht erreichte die Museumsleiterin im Urlaub und macht sie fassungslos. Vermutlich in der Nacht zum Sonntag muss es passiert sein. „Noch dazu am Sabbat“, einem Ruhetag, den das Judentum am siebenten Wochentag begeht.

Mendez spricht von antisemitischen Schmierereien und davon, dass die Täter offenbar sehr gewaltbereit waren. Denn die Tür zum Friedhof wurde aus den Angeln gehoben. Hakenkreuze sollen im Eingangsbereich entdeckt worden sein. Sie habe die Jüdische Gemeinde Sachsen-Anhalt bereits informiert, sagt die Leiterin des Museums. Das Ordnungsamt der Stadt Südliches Anhalt sei bereits tätig geworden und habe das Schlimmste beseitigt. Die Polizei habe zuvor aber Fotos gemacht.

Vorfall an den politischen Staatsschutz übergeben

In der derzeit angespannten politischen Situation seien solche Vorkommnisse besonders brisant, unterstreicht Mendez, die hofft, dass die polizeilichen Ermittlungen diesmal zum Erfolg führen.

Bei der Polizeidirektion Dessau bestätigte Sprecherin Stefanie Halle, dass die Polizei am Sonntag gegen 7 Uhr auf dem jüdischen Friedhof „Sachbeschädigungen“ festgestellt hat. Es wurden „Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ festgestellt. Die Spuren vor Ort wurden gesichert und der Vorfall an den politischen Staatsschutz übergeben. „Eine Anzeige von Amts wegen wurde gestellt“, so die Pressesprecherin, die auch das Aushebeln der Tür und das Einritzen von verfassungswidrigen Kennzeichen in den Torbogen des Eingangsbereiches bestätigte.


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