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Hochwasser: Keine Entwarnung für Aken und Umgebung

Hochwasser in Aken (Kreis Anhalt-Bitterfeld)

Blick auf Aken. Das Foto entstand am 11. Juni gegen 16 Uhr. Möglich gemacht hat es Hobbypilot Jürgen Paschmionka, Vorsitzender des Flugsportvereins Köthen. An diesem Tag erreichte der Pegel in der Stadt 7,12 Meter.

Foto:

ute nicklisch

Aken/MZ -

Der Katastrophenstab des Landkreises Anhalt-Bitterfeld geht davon aus, dass das aus der Saale Richtung Aken strömende Wasser Mittwoch Nacht, spätestens aber am Donnerstag zum Stillstand kommt. Die Lage in Aken und den umliegenden Orten ist aber laut Katastrophenstab weiter ernst, obwohl der Pegel der Elbe unter sieben Meter gesunken ist (12. Juni, 16 Uhr: 6,75 Meter, 12 Uhr: 6,85 Meter).
Der Zufluss von Elbwasser über das Hochwasser bei „Mutter Storm“ und die B 185 in die überschwemmte Akener Waldsiedlung ist nach der gestern bereits gemeldeten Errichtung eines Behelfsdeiches nur noch minimal.
Auf der anderen Seite der Stadt steht Wasser der Taube in Susigke. Da das Saalewasser aus dem Deichbruch bei Groß Rosenburg augenscheinlich langsamer vordringt, wird vermutet, dass sich der Zufluss verringert hat; denn auch der Pegel der Saale ist gesunken.

Das Flüsschen Taube war vom vordringenden Wasser der Saale in die entgegengesetzte Fließrichtung gedrückt worden. Im Raum Breitenhagen fließt sie aber bereits wieder in die normale Richtung und entwässert damit das Gebiet. Das ist aber noch nicht überall so und könnte noch eine lokale Erscheinung sein. Laut stellvertretendem Landrat Bernhard Böddeker hat das Hochwasser seinen Höchststand Mittwoch Nachmittag noch nicht erreicht. Es war zu diesem Zeitpunkt auf eine Höhe von 53 Metern über dem Meeresspiegel vorgedrungen. Aken und Umgebung liegt in einer Höhe von 52 bis 55 Metern. In die Stadt Aken ist das Wasser aus Richtung Groß Rosenburg/Lödderitz noch nicht vorgedrungen.

Wasser steht in unterschiedlicher Höhe in Diebzig, Kühren, Mennewitz, Obselau und Susigke, wo sowohl Wasser aus der Saale, als auch aus der Elbe eingeflossen ist. In Trebbichau steht etwas Wasser, der Ort war gestern Nachmittag nach den Beobachtungen eines MZ-Redakteurs aber noch weitgehend trocken. Je nachdem, wann der Zufluss des Saalewassers stoppt, könnte das auch so bleiben.

Die Bungalowsiedlungen am Löbitzsee und am Akazienteich waren gestern noch nicht betroffen, diese Gebiete sind laut Katastrophenstab aber weiter gefährdet. Gefährdet sind weiter die Diebziger Straße in Wulfen und die Häuser in Kleinzerbst an der Straße Richtung Aken. Aber „kein Ort steht vollständig unter Wasser“, informierte der stellvertretende Landrat Böddeker.

Das Schöpfwerk Aken wurde am Dienstag außer Betrieb genommen. Nun pumpt das Technische Hilfswerk Wasser aus der Taube über den Deich in die Elbe. Zuvor war das Schöpfwerk Breitenhagen bereits ausgefallen. Das wollte man beim hiesigen Schöpfwerk verhindern, erklärte Böddeker. Deshalb werde es nur betrieben, wenn sicher sei, dass die Technik keinen Schaden nimmt. „Sonst bekommen wir das Wasser hier anschließend nicht ´raus“, so Böddeker. Über die Taube würde das Wasser aus Aken und umliegenden Überschwemmungsgebieten nach Rückgang des Hochwassers nur äußerst langsam in die Saale zurückfließen. Deshalb muss es über das Schöpfwerk Aken in die Elbe abgepumpt werden, um die Orte möglichst schnell wieder trocken zu bekommen.


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