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Hochwasser in Aken: Stadt Aken wird noch nicht zwangsevakuiert

Uhr | Aktualisiert 10.06.2013 00:11 Uhr
Blick um 14 Uhr in die Gartenstraße von Aken  (BILD: Claus Blumenstengel)
Trotz ernster Lage gibt es in Aken noch keine Zwangsevakuierungen. Die Bürger werden aber nach wie vor aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Neuralgische Punkte sind der Deich zwischen Aken und Lödderitz sowie der gebrochene Deich bei Groß Rosenburg.
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Aken/MZ

Nach wie vor fließt Wasser aus dem gebrochenen Saaledeich bei Groß-Rosenburg langsam auf Aken zu.  Es ist zurzeit auf der L 149 am Abzweig Luisenhof angekommen. Das ist kurz vor Lödderitz. Der Katastrophenstab des Landkreises Anhalt-Bitterfeld betont, dass es sich nicht um eine Flutwelle handelt. Gegenwärtig gebe es weder Prognosen über die auf Aken zufließenden Wassermengen noch dazu, wann sie die Stadt erreichen werden.

Die Anordnung der Evakuierung für die Stadt Aken sowie die Ortschaften Kühren, Obselau, Mennewitz, Trebbichau, Bungalowsiedlung Akazienteich und Löbitzsee sowie  Susigke bleibt bestehen.

Derweil dementiert die Technische Einsatzzentrale die in einer Pressemitteilung vom Landkreis verbreitete Information, sie werde vom Rathaus Aken nach Osternienburg verlegt. „Wir bleiben hier, so lange wir Strom haben“, so ein Diensthabender gegenüber der MZ.

Der stellvertretende Landrat Bernhard Böddeker ruft nach wie vor alle Einwohner auf, Aken zu verlassen, auf keinen Fall aber in der Stadt zu übernachten. Fahrzeuge des Katastrophenschutzes sind in den noch zugänglichen Straßen unterwegs, um noch verbliebene Einwohner zum Verlassen ihrer Wohnungen zu bewegen und gegebenenfalls abzutransportieren. Die Einsatzkräfte werden dabei von Polizeiseelsorger Michael Bertling unterstützt, der besonders ängstlichen Einwohnern die Lage erklärt und ihnen Mut macht.

Der Ortsteil Susigke steht inzwischen unter Wasser, im asphaltierten Teil um 14.30 Uhr etwa 15 Zentimeter, im unbefestigten Teil (Feldweg) bis zu 25 Zentimeter, wobei das Wasser aus dem Boden zu sprudeln scheint.

Inzwischen sinkt der Pegel der Elbe bei Aken. 23 Uhr betrug er 7,77 Meter (10.15 Uhr – 7,90 Meter). Die Lage in der Stadt entspannt sich dadurch aber nicht, da ab Sonntagnachmittag damit gerechnet wurde, dass Wasser vom Deichbruch der Saale bei Groß Rosenburg in die Stadt fließt. Für die nächsten Tage wird mit einem anhaltend hohen Pegel der Elbe bei Aken  gerechnet (9.6., 18 Uhr: 7,82 Meter / Höchster Pegel des „Jahrhunderthochwassers“ 2002: 7,66 Meter).

Auch Saale bedroht Aken 

Das Saale-Hochwasser hat von Groß-Rosenburg aus den Abzweig der L 149 nach Luisenhof erreicht, Lödderitz noch nicht. Die technische Einsatzzentrale im Rathaus in Aken ist von der zuerst getroffenen Entscheidung, außerhalb der Stadt einen „Riegel“ gegen das Saalewasser zu errichten, abgerückt. Wie von der Freiwilligen Feuerwehr verlautet, soll Aken nun entlang der alten Stadtmauer mit Sandsäcken und  Bigpacks  gesichert werden. Auch Gullys werden abgedichtet. Die Arbeiten am Schotterwall an der Landstraße zwischen Aken und Dessau dauern an. Dieser Wall soll verhindern, dass Wasser aus der Elbe in die Stadt hinein fließt. Derweil sind weitere Wassermassen aus östlicher Richtung in das Stadtgebiet vorgedrungen. Die Brücke über die Taube am Ortsausgang in Richtung Köthen ist bereits überschwemmt, hieß es aus der technischen Einsatzleitzentrale. In den Abendstunden hat es weitere Sicherungsarbeiten im Hafen gegeben. Aus Richtung Groß Rosenburg/Breitenhagen ist das Wasser laut Information des Katastrophenstabes der Landkreisverwaltung inzwischen bis nach Kühren und Obselau vorgedrungen.

Schulen bleiben geschlossen

Die Grund- und Sekundarschulen in Aken sind bis einschließlich Dienstag, 11. Juni,  geschlossen.

In der Stadt Köthen findet bis auf Widerruf kein regulärer Schulbetrieb in der zur Aufnahme von Evakuierten dienenden Berufsschule  statt, verlautet aus dem Katastrophenstab des Landkreises.

Ausgenommen sind davon bereits angesetzte schriftliche und mündliche Prüfungen, die dennoch durchgeführt werden. Für die Sekundarschule Völkerfreundschaft wurde festgelegt, dass die 9. Klassen zu Hause bleiben. Die 10. Klassen haben Konsultationen. Die 8. Klassen sind im Praktikum. Für die 5. bis 7. Klassen erfolgt normaler Schulbetrieb.

Die Kindertagesstätte in Reppichau bleibt vorerst geschlossen. Die Kinder werden in der Kita in Elsnigk, Osternienburger Str. 1,  betreut.

Alle anderen Grundschulen und Kindertagesstätten in der Gemeinde Osternienburger Land sind geöffnet.

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