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Hochwasser in Aken: Hochwassergefahr aus zwei Richtungen

Uhr | Aktualisiert 08.06.2013 20:03 Uhr

Dammbruch bei Aken in Richtung Dessau

(BILD: Ute Nicklisch)
Die Aussagen über den Zustand des Deiches in Groß-Rosenburg sind widersprüchlich. Während am Morgen noch von einem Dammbruch die Rede war, hieß es später, der Deich drohe auf  einer Länge von ca. 80 Meter abzurutschen. Die Einsatzkräfte könnten vom Wasser eingeschlossen werden.
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Aken/Mz/Uli

Am Samstag widersprachen sich die Aussagen zum Zustand des Deiches in Groß-Rosenburg. Am Vormittag war noch von  einem Dammbruch die Rede. Die Evakuierung von rund 8000 Menschen wurde daraufhin vorsorglich angeordnet.  Wie Bürgermeister Hansjochen Müller nach Rücksprache mit dem Flussbereichsleiter Christian Jung jetzt informierte, droht der Deich auf  einer Länge von ca. 80 Meter abzurutschen, es strömt Wasser über, das  Deichbestandteile ausspült. Nach neuesten Expertenberechnungen würde es bei einem Deichbruch maximal zwei bis drei Tage  dauern, bis das Wasser in und um Aken auf eine Höhe von einem Meter ansteigt.

Neuer Durchbruch am Alten Damm

Nachdem vom Damm Groß-Rosenburg am Abend zunächst keine aktuelle Gefahr mehr ausging, hat die Einsatzleitung im Akener Rathaus entschieden, die Sicherungsarbeiten an der Dessauer Landstraße weiter fortzusetzen, die um die Mittagszeit unterbrochen wurden, um alle Kräfte auf die Evakuierung zu konzentrieren. Kurzfristig wurden an dieser Straße rund 10.000 Tonnen Kies zum Schottern angefahren. Zu schaffen macht der Einsatzleitung zurzeit ein weiterer Durchbruch am Alten Damm im Dessauer Busch. Auf dem Rückweg von einer Vorort-Begehung hatten Akener Feuerwehrleute dort drei weitere Quellstellen entdeckt und sofort begonnen, die Stellen mit Sandsäcken zu sichern. Weitere Kräfte wurden angefordert. Inzwischen droht den Männern ernste Gefahr, vom Wasser eingeschlossen zu werden. Akut ist die Lage  inzwischen auch am Deich in Obselau, wo zur Stunde Wasser über die Deichkrone läuft. der Pegel in Aken steigt beständig weiter und liegt jetzt aktuell  bei 7,88 Meter also weit über den Prognosen.

Gefahr von Saale und Elbe

Am Abend gegen 19 Uhr teilte der Krisenstab mit: Die Evakuierung in Aken bleibt bis auf Widerruf bestehen. Nach einer Beratung des Katastrophenstabes im Akener Rathaus informiert der Landrat Böddeker die MZ, dass der Stadt Aken und den umliegenden Gemeinden weiterhin aus zwei Richtungen Hochwassergefahr und zwar von der Elbe und von der Saale droht. Zum einem von einem Deichdurchfluss im Dessauer Busch, wo jetzt gerade zusätzliche Kräfte der Bundeswehr rausfahren, um Sandsäcke zu stapeln. Hier wird ein Teil des Wassers über die Taube abgeleitet. Die zweite Gefahrenstelle ist weiterhin der Saaledeich bei Groß-Rosenburg. Laut Böddeker ist dort der Deich auf etwa zwei Drittel abgerutscht, in einer Breite von ca. 70 bis 80 Meter. Zur Saale hin soll noch ein Stück stehen. In Absprache mit Ministerpräsident Haseloff und der Bundeswehr werden bei Groß-Rosenburg zwischen 300 und 400 Big-Bag  per Hubschrauber abgeworfen, ob das bis zum Einbruch der Dunkelheit noch gelingt, ist unklar.

Am Elbabschnitt Obselau droht  laut Böddeker, das sich wiederum auf die Experten vom LHW beruft,  keine akute Gefahr, weil der Deich dort mit Spundwänden abgesichert sei. Das vom Hochwasser bedrohte Gebiet bei Aken umfasst mindestens 40 Quadratkilometer.

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