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Hochwasser in Aken: Evakuierung der Stadt läuft

Elbfähre in Aken (Juni 2013)

Blick auf die Anlegestelle der Elbfähre in Aken. Am 7. Juni war in Aken ein Elbe-Pegel von 7,64 Meter registriert worden.

Foto:

Nicklisch

Aken/MZ/uli/wkl -

Wie die Polizei mitteilt, kommt es infolge der laufenden Evakuierung von Aken und der umliegenden Orte zu starken Verkehrseinschränkungen auf der B187a zwischen Aken und Köthen. Die Einsatzleitung im Akener Rathaus hat sich am Vormittag für den geordneten Rückzug an allen Deichen entschieden. Laut Landesverwaltungsamt bleibt der Stadt nur maximal eine Stunde, um die 8000 Bürger zu evakuieren. Der Damm bei Groß-Rosenburg ist gebrochen. Notunterkünfte stehen in den Köthener Schulen Völkerfreundschaft, Hahnemannschule und Hühnerkropf bereit. Die Bundeswehr hilft bei der Evakuierung.

Im Akener Rathaus halten sich unterdessen für den Ernstfall Kräfte von der DLRG Wasserrettung bereit, um die Evakuierung per Boot vornehmen zu können, falls das Wasser die Stadt erreicht.
Hilfe ist auch vom Kreisverband des DRK aus Dessau eingetroffen, um den gezielten Abtransport von Gehbehinderten und bettlägerigen Personen in enger Zusammenarbeit mit der Akener Einsatzleitung zu organisieren.

Die Stadt Aken weist drauf hin, dass für gehbehinderte Bürger, die die Evakuierung nicht allein bewältigen können, eine extra Rufnummer im Rathaus geschaltet wurde: 034909/80430.
Außerdem hat sich eine Familie aus Halle gemeldet, die eine Akener Familie mit maximal drei Personen bei sich aufnehmen würde. Familie Reinhardt aus Halle ist unter Telefon 0179/2596419 zu erreichen. Die Familie hat selbst drei Kinder und einen Hund.

Akener treffen in Köthen ein

Die ersten rund  200  Akener, die wegen der Überschwemmungsgefahr ihre Häuser verlassen mussten, sind inzwischen in Köthen eingetroffen. Die meisten von ihnen sind in der Sporthalle des Handballclubs HG 85 untergebracht, die auch die zentrale Anlaufstelle für die Hochwasseropfer ist. Eine Gruppe von rund 60 Personen hat ihre Unterkunft in den Berufsbildenden Schulen. Schwerbehinderte werden in der Hahnemannschule untergebracht. Zur Betreuung der Akener wird aus Halle ein Betreuungszug des DRK erwartet, da die örtlichen Kräfte nicht ausreichen. Das wichtigste Problem, mit dem der Krisenstab der Stadt Köthen konfrontiert ist, ist die Versorgung mit Decken und Betten für die kommende Nacht. Der Bedarf ist hier nicht im mindesten gedeckt. Deshalb appelliert der Krisenstab dringend an die Bevölkerung  und bittet um Spenden von Decken, Feldbetten und Luftmatratzen. Das alles kann in der HG-85-Halle in Köthen abgegeben werden.

Es gibt aber auch zahlreiche Einwohner in Aken, die sich weigern, ihre Wohnung zu verlassen. Sie werden momentan auf Listen akribisch erfasst. Die Polizei meldet, dass es infolge der Evakuierung zu einem Verkehrsstau in der Stadt Köthen kommt, wo die zentrale Notaufnahme erfolgt. Rückstau vor allem an der Ampelanlage Dessauer Straße, wo derzeit per Hand geregelt wird.


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