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Havarie: Chlorgas tritt in Wasserwerk Quellendorf aus

Uhr | Aktualisiert 04.01.2013 20:09 Uhr

Bekleidet mit einem Spezialanzug bringt ein Feuerwehrmann den Überdruckbelüfter in einen Raum des Wasserwerks, in dem sich das Chlorgas ausgwebtreitet hatte. (FOTO: HEIKO REBSCH)

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Rund 50 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren waren am Freitagvormittag im Einsatz, um im Wasserwerk Quellendorf einen Chlorgasaustritt zu bekämpfen. Ein Leck an einer Anschlussarmatur war die Ursache für den Austritt.
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Quellendorf/MZ. 

Ein Leck an einer Anschlussarmatur war die Ursache für den Austritt von Chlorgas am Freitagvormittag im Wasserwerk Quellendorf. Das teilte Lutz Erdmann, Abteilungsleiter Betrieb, Netze, Trinkwasser der Stadtwerke Dessau, die das Wasserwerk betreiben, am Nachmittag mit.

Drei mal pro Woche sind Mitarbeiter der Stadtwerke vor Ort, um den Betrieb aller Aggregate zu kontrollieren. "Am Mittwoch war noch alles in Ordnung. Gestern bemerkten unsere Leute jedoch einen starken Chlorgeruch und leiteten sofort die notwendigen Maßnahmen in die Wege", berichtete Erdmann im Gespräch mit der MZ. Die Feuerwehr wurde um Hilfe gebeten und ließ nicht lange auf sich warten.



"Den ersten Alarm gab es um 10.33 Uhr für die Feuerwehren Quellendorf, Hinsdorf und Fraßdorf", berichtete Einsatzleiter Michael Wichmann. Zuerst habe der Auftrag der Rettungsleitstelle "allgemeine Hilfeleistung" geheißen. "Als wir unterwegs waren, wurde dann auf Nachfrage konkretisiert, dass es sich um einen Chlorgas-Austritt handelt." Wichmann forderte daraufhin weitere Unterstützung an - die Weißandt-Gölzauer Wehr, die vier Chemikalienschutzanzüge besitzt, und den ABC-Erkundungswagen der Feuerwehr Wolfen-Nord. Auch die Wolfener haben spezielle Schutzanzüge und dazu auch ein Messgerät, mit dem der Chlorgehalt in der Luft gemessen werden kann. Insgesamt waren laut Wichmann rund 50 Kameradinnen und Kameraden vor Ort.

Schutzanzüge waren angesichts des aggressiven Chlorgases unbedingt notwendig. Zwei Kameraden der Wolfener Wehr zogen sich die Anzüge an, setzten ihr Messgerät ein, öffneten die Türen zu dem Raum, in dem sich die Chlorflaschen befanden und drehten diese zu. Zwei Gölzauer Kameraden standen, ebenfalls mit Schutzanzügen bekleidet, in Bereitschaft. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie der Einsatzleiter erläuterte. "Zwei Mann gehen, aber zwei Mann stehen in der gleichen Ausrüstung parat, um die anderen zu holen, wenn ihnen etwas passiert."

Das war nicht erforderlich, es musste auch niemand evakuiert werden. Nur die Bewohnerin eines in der Nähe befindlichen Wohnhauses sei aufgefordert worden, Fenster und Türen verschlossen zu halten. Bevor die Feuerwehrleute die Räume wieder freigaben, setzten sie noch einen Überdruckbelüfter ein, mit dem frische Luft in das Innere gepustet wurde.

"Eine Gefährdung des Trinkwassers bestand zu keiner Zeit", betonte Erdmann, "eine Überchlorung des Trinkwassers ist technisch nicht möglich." Bis die Reparatur in den nächsten Tagen abgeschlossen sei, ruhe aber die Chlorung in Quellendorf. Die Desinfektion werde im Wasserwerk Ost und die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz gewährleistet.

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