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Grundschule Görzig : Zwei Räume sollen noch saniert werden

Nancy, Tom und Paul stehen mit ihrem Vater Fred Gregor vor der Görziger Grundschule.

Nancy, Tom und Paul stehen mit ihrem Vater Fred Gregor vor der Görziger Grundschule.

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Heiko Rebsch

Görzig -

In der Schule in Görzig kann man zwar aufatmen - aber nicht buchstäblich. Die Innenraumluftmessungen, die im Auftrag des Gesundheitsamtes des Landkreises durch das Landesamt für Verbraucherschutz durchgeführt wurden, haben zumindest für einen von vier untersuchten Räumen erhöhte, wenn auch nicht gesundheitsgefährdende Konzentrationen von Benzaldehyd festgestellt - nicht etwa Naphthalin, wie man ursprünglich vermutet hatte.

Prävention für weitere Räume

Für diesen Raum wurde seitens des Amtes eine Sanierung vorgesehen, die im mittelfristigen Zeitraum - ungefähr in Jahresfrist - erfolgen sollte. Ein nebenan befindlicher Unterrichtsraum wurde im Vorfeld nicht in die geplante Innenraumluftmessung mit einbezogen, aber als vom Geruch her auffällig definiert. Somit gab das Amt, auch ohne vorherige Messung, die Empfehlung, diesen Raum präventiv ebenfalls zu sanieren.

Die Innenraumluftmessung in dem bereits zuvor sanierten Raum ergab keine gesundheitsgefährdende Konzentration über dem Richtwert I (siehe Kasten). Hier hat das Gesundheitsamt die Empfehlung an den Träger, die Stadt Südliches Anhalt, gegeben, ein gezieltes Heizungs- und Lüftungsregime einzuführen, das drei Monate lang andauert. In den anderen zwei der vier Räume, in denen gemessen wurde, ergaben sich keine Auffälligkeiten und somit kein Handlungsbedarf, teilt der Landkreis in einer Stellungnahme mit. Für das Gesundheitsamt, heißt es außerdem, ist die Bearbeitung dieses Themas mit dem Prüfbericht des LAV und den daraus resultierenden Handlungsempfehlungen abgeschlossen.

Kind mit Kopfschmerzen

Auslöser für die Messungen der Luftqualität in der Grundschule war eine Familie des Orts gewesen, deren Kind die Bildungseinrichtung besucht und seit einiger Zeit häufig mit Kopfschmerzen nach hause kam. Weil gleichzeitig zwei Räume in der Schule abgesperrt waren, weil dort angeblich Giftstoffe aus dem Fußboden ausgetreten seien - worüber aber niemand die Eltern informiert hatte. Laut einem von der Stadt beauftragten Gutachten seien die Ausdünstungen zwar unbedenklich gewesen, trotzdem, so Bürgermeister Burkhard Bresch damals gegenüber der MZ, habe man die beiden betroffenen Zimmer vorsorglich abgesperrt.

In der DDR entstandene Schulräume

Später war einer der beiden Räume durch die Stadt saniert worden. Dass in Gebäuden, die zu DDR-Zeiten entstanden, chemische Verbindungen zum Einsatz kamen, die potentiell gesundheitsgefährdend waren und sind, ist nichts Neues. Insofern hat auch das Landesamt für Verbraucherschutz heute häufiger mit den Folgen dieser Bauweise zu tun. Dies habe etwas mit Verfahren zu tun, wie man in der DDR-Zeit entstandene Schulräume sanierte, so LAV-Chef Bernhard Räbel. Dadurch kann es geschehen, dass aus der Dachpappe Stoffe ausgasen, da die neuen Beläge nicht diffusionsdicht sind. (mz)


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