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Forderungen: Mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen

Bus mit streikenden Lehrern

Mit zwei Bussen fuhren die Streikenden vom Busbahnhof Köthen aus zur Kundgebung der Lehrergewerkschaft GEW nach Bitterfeld.

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Niklisch

köthen/MZ -

Manchmal sind Fahnen unverzichtbar: Zum Beispiel, wenn man Kontakt zu einer weiter entfernt stehen Gruppe aufnehmen will. Am Dienstagmorgen am Busbahnhof hatte Marlies Wahl von der GEW Posten vor dem leerstehenden einstigen Mafa-Speisesaal bezogen und wartete dort auf andere Lehrer, die zur Streik-Kundgebung in Bitterfeld wollten. Einige hatten sich aber weiter vorn auf dem Busbahnhof versammelt und erst das eifrige Schwenken der GEW-Fahne machte sie auf den korrekten Trefpunkt aufmerksam.

105 Lehrer aus Schulen des Altkreises Köthen, so die Gewerkschafterin Wahl, hatten sich angemeldet, um mit zwei Rausch-Bussen nach Bitterfeld zu fahren. „Ob dann auch alle kommen, weiß ich natürlich nicht“, so Wahl. Die aber dennoch zuversichtlich war: nur aus Weißandt-Gölzau, Radegast und Osternienburg war keine Rückmeldung erfolgt. „Die Lehrer, die nicht mitfahren, machen Notdienst in den Schulen, weil ja die Kinder dennoch betreut werden müssen.“ Dass der Warnstreik der Lehrer nicht überall auf Beifall und Unterstützung trifft, ist Marlies Wahl sehr wohl bewusst. Teilweise könne sie diese Leute verstehen, die meinte, Lehrer würden eigentlich genug verdienen, „aber die Lehrer leisten in allen Schulformen gute Arbeit und sind keine Bediensteten zweiter Klasse.“ Außerdem gehe es beim Streik nicht nur um Geld, sondern auch um verbesserte Arbeitsbedingungen.

Wahl ist an einer Förderschule tätig. Dort hat sie Kollegen, die seien zum einen Klassenleiter und müssten auch noch gemeinsamen Unterricht geben, also im Rahmen der Inklusion geistig behinderter Kinder - den aber an anderen Schulen. „Die fahren dann zusätzlich an ein, zwei andere Schulen, wo es einen Förderschwerpunkt gibt, um dort zu unterrichten:“ Diese Arbeit müsse auch differenziert vorbereitet werden. Da kämen dann Stunden zusammen, die über die normalen Wochenstunden (derzeit 27 an Grundschulen, 25 an anderen Schulformen) weit hinausgingen.


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