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Babyboom: Akener Feuerwehr tut etwas gegen Nachwuchssorgen

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 19:12 Uhr
Geballter Feuerwehrnachwuchs in Aken: David Koch mit Noah, Rene Schulze mit Sarah, Mathias Schmidt mit Ziva Marie, René Gaedke mit Marius und Torsten Hennigfeld mit Charly (von links). Hinten rechts stehend : Kay Klinkenberg mit Mia und Susanne Lahl mit Emilia. (FOTO: HEIKO REBSCH) 
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Der feuerwehrtechnische Babyboom des zu Ende gehenden Jahres verblüfft derweil nicht nur die Akener Kameraden und deren Umfeld: Immerhin sind allein sieben Feuerwehrbabies unter den 54 Neugeborenen, die die Elbestadt 2012 zählte. Macht 12,96 Prozent.
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aken/MZ. 

Danilo Licht, der Feuerwehrchef in Aken, weist jedwede Form der Planung oder gar Anstiftung vehement zurück. Er sei nicht verantwortlich, beteuert er grinsend. Vollkommen schuldlos.

Der feuerwehrtechnische Babyboom des zu Ende gehenden Jahres verblüfft derweil nicht nur die Akener Kameraden und deren Umfeld: Immerhin sind allein sieben Feuerwehrbabies unter den 54 Neugeborenen, die die Elbestadt 2012 zählte. Macht 12,96 Prozent. Also 13, weil die Kameraden ja nicht päpstlicher als der Papst sein wollen und die 13 ihre Glückszahl werden könnte.

Der erste Feuerwehrmann Akens kann sich nicht erinnern, dass es so etwas jemals gegeben hätte. Selbst die Alters- und Ehrenabteilung vermochte sich nicht an einen solchen Nachwuchsschub in den eigenen Reihen zu erinnern. Sieben Kinder auf einen Streich. Also alles Zufall? Sieben Mütter beteuern genau das. Keine Absprachen. Keine organisierte Familienplanung. Und nur Wunschkinder.

Wie das von Kay Klinkenberg und seiner Frau. Er kümmert sich seit über 20 Jahren um die Verpflegung der Einsatzkräfte, sie seit dem 13. August vor allem um Mia, die per Kaiserschnitt auf die Welt geholt wurde. Damit ist das Mädchen vermutlich das schnellste Akener Feuerwehrbaby 2012. Vermutlich. Denn Brit Algermissen-Schmidt erzählt, dass es ihre Ziva Marie - nur einen Tag nach Mia geboren - auch ziemlich eilig hatte. "In einer Stunde war sie da."

Keinen Zweifel gibt es beim schwersten Baby: "Das war meiner", meldet sich Janet Wittig zu Wort. Noah, geboren am 12. Juli, brachte 5 710 Gramm auf die Waage und war 58 Zentimeter groß. Fünfeinhalb Monate später sind es 9 300 Gramm und 70 Zentimeter. "Es schmeckt ihm einfach", lacht sie. Aber auch Charlotte, Noahs Schwester, war bei ihrer Geburt vor sechs Jahren mit 4 810 Gramm kein Leichtgewicht und nur vier Zentimeter kleiner als er.

Emilia, Noah, Sarah, Mia, Ziva Marie, Marius und Charly - das sind sie, die sieben Akener Feuerwehrbabies aus diesem Jahr. Dass es unter ihnen keine Namensdopplung gibt - wieder purer Zufall. Die Eltern seien einfach nach dem Prinzip verfahren: Wer zuerst kommt, malt zuerst.

Der Verein, die Feuerwehr, verbindet die stolzen Eltern auf besondere Weise. Die Mütter treffen sich - meist spontan - zum Spazierengehen oder beim Windeln kaufen im Supermarkt. Und, wenn es so weit ist, auch im Kindergarten. Sechs von sieben sind im "Borstel" angemeldet. Ob man bei den veränderten Gegebenheiten eine eigene Feuerwehr-Kita eröffnet, sei durchaus zu überlegen, findet Danilo Licht. Allerdings, schickt er eilig hinterher, sei das noch nicht mit dem Bürgermeister abgesprochen - und sowieso nicht ganz ernst gemeint.

Babyboom hin, Babyboom her: "Nachwuchssorgen", erinnert Melanie Gaedke, "haben doch alle." Ihr Marius, geboren am 28. Oktober, ist Akens (Feuerwehr-)Baby Nummer 6 und ein ziemlich schläfriger Anwärter für die Nachwuchstruppe um Michael Kiel, der sich in der Elbestadt um die Belange der Jugendfeuerwehr kümmert. Doch bis Marius so weit ist... das dauert noch. Anastasia, seine Schwester, hingegen ist acht und damit bald alt genug, bei der Jugendfeuerwehr einzusteigen. Mit 10 darf man das. Ganz gleich, ob Mädchen oder Junge, betont Kiel.

Die Mütter der neugeborenen jungen Damen äußern sich skeptisch, was derlei Freizeitaktivitäten betrifft, und hoffen, dass die Väter mit dem Aufnahmeantrag für die Akener Feuerwehr noch etwas warten. Ballett wäre doch schön. Singen. Etwas Kreatives tun. Aber Feuerwehr? Das müsse sich im Einzelfall finden.

Unabhängig davon plant Jugendwart Kiel vorsorglich mit einem Nachwuchsschub im Jahr 2022, wenn alle Sieben mit einem Mal zur Jugendfeuerwehr stoßen könnten. Es sei denn, Aken gründet seine eigene Kinderfeuerwehr. Osternienburg und Reppichau haben eine. In der Elbestadt, räumt Kiel ein, habe sich das bisher nicht gelohnt. Aber unter diesen Umständen...

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