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Asylbewerber in Köthen: Syrische Flüchtlinge nennen Übergriffe in Köln „ekelhaft“ und unmenschlich“

Brief der Flüchtlinge

Die syrischen Flüchtlinge haben den Brief auf Deutsch und Arabisch verfasst.

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Köthen -

„Ekelhaft“ und „unmenschlich“ nennt Suleiman Aljohmani aus Syrien die Übergriffe auf Frauen in Köln. Er schämt sich für die Täter - und distanziert sich zugleich von ihnen. „Was in Köln passiert ist, zeigt nicht das wahre syrische Volk, die Angreifer in Köln sind Verbrecher“, macht er deutlich.

Im Namen der Flüchtlinge hat sich der Mann am Freitag an alle deutschen Frauen gewandt. Und Nicole Gewinner von der Initiative „Willkommen in Köthen“ einen Brief überreicht. „Bitte habt keine Angst“, ist darin zu lesen. „Wir sind hier, weil wir in Frieden leben wollen. Nicht, um jemanden zu schädigen oder zu verängstigen.“ Die Flüchtlinge haben den Brief auf Arabisch verfasst, er ist von der Initiative "Willkommen in Köthen" übersetzt worden.

Angst vor Abstemplung

Die Übergriffe beschäftigen die Flüchtlinge sehr. Sie haben Angst, als potenzielle Täter abgestempelt zu werden. „Wir sind sehr froh und dankbar, hier eine Zuflucht und Frieden gefunden zu haben“, schreiben die Männer. Sie leben bereits seit einigen Monaten in der Stadt. Bei der Initiative treffen die Flüchtlinge auf ehrenamtliche Helfer, die viel Zeit investieren, um ihnen Deutsch beizubringen, sie bei Arztbesuche und Behördengängen zu unterstützen. Viele davon sind Frauen.
„Für uns sind die deutschen Frauen wie Schwestern, Tanten, Mütter und Töchter“, sagen die Männer. „Es ist keine Frage für uns, sie mit großem Respekt zu behandeln und wir glauben, in Notfällen ist es unsere Pflicht, sie vor allen Angreifern zu schützen.“
Nicole Gewinner hat bislang nur gute Erfahrungen gemacht. „Ich habe sehr tolle Menschen kennengelernt“, sagt die junge Frau über ihre Arbeit mit den Flüchtlingen. Sie seien sehr, sehr herzlich.
Auch Polizeihauptmeister Torsten Stasche kommt sehr gut mit den Flüchtlingen aus. Er staunt immer wieder, wie eifrig die Männer und Frauen sind. Zum Beispiel, wenn es darum geht, sich an die hiesigen Gepflogenheiten im Straßenverkehr zu gewöhnen. „Es ist ein unwahrscheinlicher Wille da“, sagt er. Ein Wille, sich zu integrieren und vorbildlich zu verhalten. (mz)


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