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Vereinsleben Annaburg: Auf gute Nachbarschaft bei den Neuhäuslern

Heike Schulze vom Vorstand des Neuhäuser-Vereins: „Ob Familienparty oder Vereinsfest - hier kann gut gefeiert werden.“

Heike Schulze vom Vorstand des Neuhäuser-Vereins: „Ob Familienparty oder Vereinsfest - hier kann gut gefeiert werden.“

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Gabi Zahn

Annaburg -

Nur 15 Mitglieder hat der Annaburger Verein „Neuhäuser hinter dem Neugraben“, doch was diese auf die Beine stellen, ist aller Ehren wert. Das fröhliche Zempern vor Wochenfrist und die Faschingsfeten für Kinder und Erwachsene sind jüngste Beispiele (die MZ berichtete), doch hinterm Neugraben ist noch viel mehr los. Das geht über eine gute Nachbarschaft weit hinaus.

Viele Einwohner erfreut

Das Beste daran: Nutznießer aller Aktivitäten sind nicht nur die Neuhäuser, sondern auch viele Einwohner in der Stadt und den Ortsteilen. Heike Schulze vom Vorstand berichtet über das jüngst abgeschlossene Projekt: „Im Vorjahr konnten wir das ehemalige Tennisheim in der Holzdorfer Straße recht ordentlich herrichten. Es hatte über viele Jahre leer gestanden und war nach einem Wasserschaden in der Küche nicht mehr nutzbar. Die Stadt hatte uns das Haus überlassen und bei der Rekonstruktion unterstützt. Jetzt können wir das Gebäude sogar für private Feiern zur Verfügung stellen. Erste Anmeldungen gab es bereits (siehe dazu auch „Domizil steht auch anderen Nutzern offen“ - die Redaktion).“

Kleine aktive Truppe

Anja Liebig, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt, beleuchtet diese Maßnahme etwas intensiver und erklärt: „Der Verein äußert sich immer recht bescheiden. Generell ist es erstaunlich, was diese kleine Gruppe bewegt, und mit wie vielen Veranstaltungen sie den Annaburger Kulturkalender bereichert. Was das Vereinshaus betrifft, konnten wir als Kommune nur in sehr geringem Umfang mit Material und Bauhofleistungen helfen. Den Elefantenanteil haben die Neuhäusler selbst bewerkstelligt – in vielen Arbeitsstunden, die in der Freizeit geleistet wurden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Unterstützt haben zudem die Annaburger Firmen Farben-Müller und Holzwerk Strickfaden, wofür der Verein herzlich dankt.

Und es gibt bereits neue Visionen, die quasi „vor der Haustür“ liegen, wie Heike Schulze verrät: „Wir wollen das unmittelbar neben unserem Vereinsheim befindliche frühere Tennisplatzgelände aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. Eine Möglichkeit wäre, dieses zum Beachvolleyballplatz umzugestalten. Eine solche Freizeitanlage haben wir noch nicht in der Stadt.“ Der Verein will sich zunächst einen Überblick über den Kostenumfang verschaffen. Die Mitglieder gehen jedoch davon aus, dass die Maßnahme allein nicht zu stemmen ist, und hofft, dafür Sponsoren zu begeistern.

Kommune kann kaum helfen

Anja Liebig sieht der Idee aus städtischer Sicht positiv entgegen: „Das hört sich gut an. Zwei brach liegende Tennisplätze in einen Beachvolleyballplatz zu verwandeln – das bietet sich förmlich an. Leider sind die Mittel im Haushalt so knapp, dass die Kommune wieder kaum etwas beisteuern kann.“ Dennoch wägt sie ab: „Über einen Zuschuss für solche Projekte hat – nach entsprechender Antragstellung – bisher immer der Kultur- und Sozialausschuss befunden. Künftig hätte aber der neu zu bildende Ortschaftsrat die Möglichkeit, sich dafür einzubringen. In diesem Gremium könnte erörtert werden, ob das Vorhaben mit Mitteln der Ortschaft unterstützt werden kann.“

Übrigens reicht die Geschichte der Annaburger Neuhäuser bis in die Entstehungszeit des Neugrabens in den Jahren 1576 bis 1577 zurück. Er speiste die Schlossgräben von Lochau (heute Annaburg) mit Wasser aus der Schwarzen Elster. Die Neuhäuser waren die Unterkünfte der Fronarbeiter, die den Neugraben ausschachteten. (mz)


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