Jessen
Nachrichten, Bilder, Videos, Services, Wetter aus Jessen und dem Landkreis Wittenberg mit Annaburg, Elster, Prettin, Groß Naundorf, Klöden und der ganzen Region.

Vorlesen

Neujahrsempfang: Reiner Haseloff empfängt Gäste in Holzdorf

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 21:17 Uhr

Ministerprsäident Reiner Haseloff (Mitte) hatte sich für diesen Abend in Holzdorf viel zeit genommen. Gemeinsam mit Oberst Franz Sauerborn begrüßte er Gäste, hier die Verkäuferin Doreen Hurtzig. (FOTO: SVEN GÜCKEL)

Von
Zufrieden stellt Reiner Haseloff (CDU) fest, dass sich das Rednerpult in dem großen Saal der Offiziersheimgesellschaft wohl auf sachsen-anhaltischem Boden befindet. Der Ministerpräsident spielt damit auf den Umstand an, dass die Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg durch den Fliegerhorst führt.
Drucken per Mail
Holzdorf/MZ. 

Für Reiner Haseloff ist es der erste Holzdorfer Neujahrsempfang, an dem er als Ministerpräsident teilnimmt. Für den Kommandeur des Einsatzführungsbereichs 3 und Standortältesten, Oberst Franz Sauerborn, der erste in dieser Führungsverantwortung, die er im August vergangenen Jahres übertragen bekam.

Größeres Einzugsgebiet

Die Zahl der Gäste beim Neujahrsempfang im Fliegerhorst ist wieder groß. Rund 360 Leute aus militärischen und zivilen Bereichen nehmen daran teil, vorrangig natürlich aus den Kreisen Wittenberg und Elbe-Elster, aber auch andere Bundesländer sind wieder vertreten. Schließlich werden mit dem größeren Aufgabengebiet des Einsatzführungsbereichs 3 auch neue Kontakte geknüpft. Die Neuausrichtung der Luftwaffe wirke sich auf den Einsatzführungsbereich 3 "nicht unerheblich aus", stellte dessen Kommandeur Oberst Franz Sauerborn fest. Die Reduzierung der Luftwaffenkampfführungsanlagen (zuständig vor allem für die Luftraumüberwachung und Jägerleitung) in Deutschland von derzeit drei auf zwei werde mit einer deutlichen Erweiterung des Zuständigkeitsbereichs einhergehen. Ende 2013 wird der Verband über acht Radarstellungen von Putgarten auf der Insel Rügen bis zum Großen Arber an der bayrisch-tschechischen Grenze verfügen.

Keine Zeit für große Feier

Der Einsatzführungsbereich 3 besteht seit Oktober 2002. Doch Zeit, den runden Jahrestag gebührend zu begehen, gab es nicht, aufgrund einer anstehenden Kontrolle. Dabei habe ein 100 Mann starkes multinationales Prüfteam die Einheit auf "Herz und Nieren" untersucht. "Auf das sehr gute Ergebnis sind wir sehr stolz", sagt Sauerborn. "Belegt es doch, dass wir den Kernauftrag des Verbandes aus dem Effeff beherrschen und damit ein verlässlicher Partner im Luftverteidigungsverbund der Nato sind."

So schön der Erfolg ist, so richtig nach Feiern war den Einsatzführern nicht. Es hätte wohl nicht in die Landschaft gepasst, eine öffentlichkeitswirksame Jubiläumsveranstaltung durchzuführen, meint Sauerborn, "wenn sich zeitgleich das Hubschraubergeschwader 64 in der Umgliederung und die Heeresfliegerunterstützungsstaffel 1 sogar in der Auflösung befindet".

Zukunftsblick mit Fragezeichen

Auch wenn der Fliegerhorst bei der Strukturveränderung noch glimpflich davongekommen ist und sich die Zahl der Dienstposten auf knapp 2 000 erhöht und einige "attraktive zivile Arbeitsplätze" entstehen, gelte die alte Weisheit: "Nach der Reform ist vor der Reform." Die europäische Schuldenkrise und die anstehende Bundestagswahl sorgen dafür, dass keiner verlässlich sagen könne, was 2013 bringt. Darum ist es nach Meinung des Standortältesten klug und vorausschauend, "sich von allen Seiten und auf allen Ebenen fortwährend für den Standort einzusetzen und Mitstreiter zu finden".

Die jüngste Bundeswehrreform habe viele Nerven gekostet, meint Reiner Haseloff. Der Ministerpräsident erinnert an gemeinsame Bemühungen mit seinem brandenburgischen Amtskollegen Matthias Platzeck (SPD) bis hin zu Gesprächen mit dem Bundesverteidigungsminister. Dass es letztlich gelang, den Fliegerhorst zu erhalten, sei der Leistungsfähigkeit des Standorts und der Leistungsbereitschaft des Personals zu verdanken.

Immer wieder gern in Holzdorf

Für Bernd Rüdiger (FDP) ehemaliger Bürgermeister von Jüterbog, ist es selbstverständlich, am Neujahrsempfang teilzunehmen. Er habe sich schon für den Standort interessiert, als noch nicht an den Städtebund Elbe-Elsteraue, den in Deutschland einzigartigen Zusammenschluss, zu denken war. Und ruhig gehe es bei ihm nicht zu. Er ist Präsident der Jüterboger Schützengilde, eifriger Blutspender (kürzlich wurde er für die 125. geehrt) und fährt gern mit dem Rad. Beim Jessener Rawata im September will er wieder dabei sein.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt ein ehemaliger, Michael Dederichs, Vorgänger von Franz Sauerborn. Auf die Frage, wie er den Wechsel in den Ruhestand verkraftet habe, antwortet er: "Da gibt es nichts zu verkraften." Er genieße ihn.

Bildergalerien Jessen
Kontakt zur Lokalredaktion Jessen Markt 17-19
06917 Jessen
Tel.: (0 35 37) 20 47 10
Fax: (0 35 37) 20 47 19
E-Mail: redaktion.jessen@mz-web.de
MZ Jessen bei Twitter
zum Kontaktformular

Wetter-Videos
Lokalsport Wittenberg/Jessen
E-Paper
Mitteldeutsche Zeitung Titelblatt

Lesen Sie Ihre Mitteldeutsche Zeitung online und auf dem iPad/iPhone. So sind Sie jederzeit aktuell informiert.