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Jessen: Weihnachtsoratorium begeistert Publikum

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 20:45 Uhr
Die erweiterte Kantorei sowie Musiker der Anhaltischen Philharmonie Dessau und aus Mitteldeutschland führten die ersten drei Oratoriumskantaten auf. (FOTO: MZ) 
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Bei der Aufführung der ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in der Stadtkirche St. Nikolai in Jessen gab es Standing Ovations.
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Jessen/MZ. 

"Oh, ihr seid ja so viele." Kantor Volkmar Genterczewsky glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Bei der Aufführung der ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach war die Stadtkirche St. Nikolai in Jessen sehr gut gefüllt, freie Plätze gab es nur ganz wenige. Und diejenigen, die am Sonnabendnachmittag den Weg in das Gotteshaus gefunden hatten, haben es sicherlich nicht bereut, darauf ließen zumindest die Standing Ovations nach dem Schlusschoral der dritten Kantate schließen.

Herausforderung gestellt

Nun, nachdem er diesen im wahrsten Sinne des Wortes Kraftakt geschafft hat, kann Weihnachten für Volkmar Genterczewsky beginnen. "Es ist einfach eine schöne Geschichte und herrliche Musik, die zum Weihnachtsfest für mich dazu gehören." Und deshalb stellt er sich jedes Jahr aufs Neue dieser Herausforderung. Dieses Mal war es besonders schwer. Zunächst fiel Susanne Langner (Alt) als Solistin aus. Ihr Kind war erkrankt. Fieberhaft wurde nach einem Ersatz gesucht und mit Waltraud Heinrich aus Berlin auch gefunden. Dann verhinderte das Wetter bei einigen Chorsängern die Anreise. "Es war eine eigenartige Probe", so der Kantor. Und es war ja auch die einzige, in der die Musiker von der Anhaltischen Philharmonie Dessau und aus Mitteldeutschland mit dem Chor (erweiterte Kantorei Jessen) sowie den Solisten Theresia Taube (Sopran), Waltraud Heinrich (Alt), Christian Baumgärtel (Tenor) und Hans-Arthur Falkenrath (Bass) gemeinsam übten. Aber sie war offensichtlich ausreichend, denn wie gesagt, es wurde ein gelungener Spätnachmittag.

Geburtsgeschichte erzählt

Zwischen "Jauchzet, frohlocket!", dem gewaltigen Auftaktchor, und dem "Seid froh dieweil", dem ebenso beeindruckenden Choral zum Abschluss der dritten Kantate, erlebten die Besucher die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu bis zur Anbetung durch die Hirten im Stall zu Bethlehem in schönen Chorgesängen, Rezitativen und Arien. Besonders beeindruckend waren dabei die Bass-Arie "Großer Herr und starker König", das Wiegenlied (Alt) "Schlafe, mein Liebster" und der Chor mit "Ehre sei Gott in der Höhe".

Zwischen der Generalprobe und den Kantaten I bis III hatten die Sängerinnen und Sänger sowie die Orchestermusiker noch einen Auftritt, denn auch in diesem Jahr gab es wieder das Weihnachtsoratorium für Kinder. Hans-Arthur Falkenrath bat dazu alle Mädchen und Jungen in den Mittelgang. Dort sollten sie sitzend das Geschehen verfolgen. Er erläuterte auf eine sehr lockere Art, wie Bach zum Beispiel die Schritte der großen und der kleineren Hirten mit Instrumenten belegte. So stellte er nach und nach alle Orchestermitglieder vor, darunter auch die zwei Bratschen. Über diese gebe es viele Witze, erklärt der Bass, ohne allerdings einen zu erzählen. Zudem meinte er, dass die Bratschen sehr traurig klingen, aber wenn es sie nicht gäbe, wäre es auch traurig. Zum Wiegenlied nahm er einen der kleinsten Jungen auf den Arm - man hätte meinen können, er wolle ihn tatsächlich in den Schlaf wiegen, aber der Steppke blieb putzmunter, wollte nichts versäumen. Gemeinsam mit den Kindern suchte er nach einem Instrument, das einem König gerecht werden würde. Das konnte nur eine Trompete sein.

Orchester und Sänger hatten in diesen etwa 40 Minuten viel Spaß mit dem Nachwuchs. Dirigent Volkmar Genterczeswky gab danach jedoch zu, dass er schon mit einer etwas größeren Resonanz gerechnet habe. "Wann haben Kinder schon einmal die Chance, so viele Instrumente aus der Nähe zu sehen?", fragte er gegenüber der MZ.

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