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Groß Naundorf: „Weißes Haus“ ganz friedlich

Gross Naundorf/MZ/may -

Wie im Dornröschenschlaf lag das so genannte „Weiße Haus“ - ehemaliges Verwaltungsgebäude eines DDR-Landwirtschaftsbetriebes, inzwischen in Privatbesitz - am Rand von Groß Naundorf am Wochenende da. Keine Spur von Neonazi-Aufmarsch, Rechtsrock-Konzert, Polizeieinsatz oder Gegendemonstranten. Das Geschehen hatte sich relativ kurzfristig und endgültig nach Nienhagen im Harzkreis verlagert.

Erleichterung, dass dieser Kelch an dem zur Stadt Annaburg gehörenden Ort vorüber gegangen ist, war am Sonntag die vorherrschende Stimmung bei den Lokalpolitikern, welche die MZ trotz Sonntags kurzfristig erreichen konnte. So sagte Jürgen Dannenberg (Linke), Landrat des Kreises Wittenberg, er sei froh, dass gegen die von seiner Verwaltung erlassene bauamtsrechtliche Verfügung (nachgeforderte Unterlagen war der Konzert-Veranstalter schuldig geblieben) nicht weiter vorgegangen worden sei. Was als einzige Handhabe damit letztlich ausreichte, um Groß Naundorf als Austragungsort scheitern zu lassen.

„So etwas gehört nicht in den Landkreis Wittenberg“, meinte Dannenberg energisch und verwies mit der nahen KZ-Gedenkstätte Lichtenburg Prettin, den Lutherstätten in Wittenberg und der Kurregion Bad Schmiedeberg auf den eigentlichen kulturellen Hintergrund der Region. Und der Landrat versicherte Nienhagen und Groß Germersleben, wo der bekannte Neonazi ein Schloss gekauft hat, um es zu einem Treff auszubauen, seiner uneingeschränkten Solidarität. „Das Problem ist kein lokales, weder von Groß Naundorf und dem Landkreis Wittenberg noch von anderen Orten.“

Nur als kleine Freude bezeichnete Groß Naundorfs Ortsbürgermeister Reinhard Pfeil (parteilos) den Umstand, dass „das Neonazi-Konzert nicht bei uns war“, da es ja trotzdem „in unserem Land stattgefunden hat“. Er äußerte ähnlich wie der Wittenberger Landrat, der im benachbarten Lebien zu Hause ist: „Wir fühlen mit den Bürgern von Nienhagen und stehen an ihrer Seite. Es ist mir unverständlich, dass so ein Dreck überhaupt genehmigt werden darf.“ Auf die Möglichkeit anspielend, dass der Rechtsrock auch in Groß Naundorf hätte stattfinden können, sagte Pfeil: „Der Annaburger Stadtrat war sich einig, dass Gegenaktionen organisiert werden, falls es hier zu dem Konzert gekommen wäre.“


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