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Fliegerhorst Holzdorf: Ausbildungsflugbetrieb und Lufttransportgruppe

Uhr | Aktualisiert 19.01.2013 11:02 Uhr

Die in Holzdorf stationierten Hubschrauber vom Typ Bel UH-1D.

(BILD: SVEN GÜCKEL)
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So langsam kehrt nach der Bekanntgabe der Strukturveränderungen in der Bundeswehr wieder etwas Ruhe ein im Fliegerhorst Holzdorf. Zwar haben etliche Soldaten und zivile Mitarbeiter noch immer keine Gewissheit darüber, wie sich ihr Dienst in den kommenden Jahren gestalten wird, doch was den Fliegehorst betrifft, so ist die Marschrichtung klar definiert.
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Holzdorf/MZ. 

Mit Beginn des Jahres 2013 wurde der Sitz des im Oktober 2010 in Dienst gestellten Hubschraubergeschwaders 64 (HSG 64) ins baden-württembergische Laupheim verlegt, weiterhin mit Oberst Frank Best als Kommodore an der Spitze. Oberstleutnant Stefan Linkogel ist jetzt in Holzdorf Kommandeur der neu aufgestellten Lufttransportgruppe des HSG 64. Allerdings wohl nur bis zum 30. Juni dieses Jahres. Ihm folgen wird voraussichtlich Oberstleutnant Jürgen Haupenthal, gegenwärtig noch Kommandeur einer fliegenden Abteilung des mittleren Transporthubschrauberregiments 15.

Der ständige Wechsel von Namen, Zahlen und Begriffen sorgt bei jedem, der sich nicht mit der Materie befasst, für Verwirrung. Klarer und verständlicher ist da schon Linkogels Aussage, dass bis Mitte des Jahres die Aufnahme der Ausbildung und des Flugbetriebs der Transporthubschrauber CH-53 beginnen wird. Er ist das Waffensystem, das die Luftwaffe im Tausch für den NH90 vom Heer übernimmt. Insgesamt werden bis 2016 zwölf CH-53 in Holzdorf stationiert. Die anderen 48 zum Geschwader gehörigen Maschinen fliegen in Laupheim. Die gegenwärtig in Holzdorf stationierten elf NH90 verbleiben noch bis Jahresende am Standort. Unter Führung des Heeres halten sie hier ihren Ausbildungsflugbetrieb aufrecht.

Weniger Personal

Die Zahl der Dienstposten wurde in Holzdorf von den dereinst vorgesehenen 1 068 auf 680 reduziert. Zielstellung hierfür ist 2017. "Davon sind etwa 150 aktuell noch in Rheine und Bückeburg angesiedelt", sagt Stefan Linkogel. Der Fliegerhorst Rheine stellt seinen Flugbetrieb jedoch Ende 2013 ein, die Bundeswehrangehörigen aus Bückeburg sollen spätestens Anfang 2016 nach Holzdorf kommen. Vorgesehen ist im Weiteren, dass das Luftwaffeninstandhaltungsregiment 25 (derzeit noch in Diepholz), das Waffensystemunterstützungszentrum und das Systeminstandhaltungszentrum nach Holzdorf verlegt werden. Auch hier gilt das Jahr 2017 als spätestes Verlegedatum.

Unabhängig von dieser langfristig geplanten Zielstruktur gehen die Vorarbeiten am Fliegerhorst zügig voran. "Die Infrastruktur ist bestens aufgestellt. Das neue Waffensystem kann nahtlos übernommen werden und passt ohne Probleme in die für den NH90 konzipierten Hallen", erläutert Linkogel. Im Moment gilt es, die organisatorischen Vorbereitungen für den Einflug der CH-53 zu regeln, örtliche Vorschriften dem neuen Hubschraubersystem anzupassen. Sobald die ersten Maschinen am Standort sind, sollen auf ihnen Piloten und Bordschützen ausgebildet werden, erhalten Bordtechniker die notwendigen Schulungen. Zudem ist vorgesehen, den Simulator, auf dem derzeit noch NH90-Piloten ihre 3-D-Trainingsflüge absolvieren, mit einem CH-53-Cockpit auszustatten. Ein zweite Kabine ist geplant, was jedoch eine Vergrößerung der Halle erforderlich macht.

Übergabe oder außer Dienst

Endgültig von Holzdorf Abschied genommen haben die bisher hier eingesetzten Bel UH-1D. Sie wurden entweder an das Heer übergeben oder außer Dienst gestellt. Nur zwei Maschinen verbleiben am Standort. Sie sichern weiterhin unter Federführung des Transport-Hubschrauberregimentes 30 Niederstetten den SAR-Dienst (Suchen und Retten) ab. Ihren letzten Flug absolvierten die übrigen Holzdorfer Maschinen am 8. November. In Formation flogen sie ein letztes Mal über Schönewalde, Wittenberg, Jessen Annaburg und Herzberg und verabschiedeten sich so standesgemäß von der Region. Ihr Bild dürfte den hier lebenden Menschen besonders durch die Unterstützung bei den Hochwassereinsätzen 2002 und 2010 in Erinnerung bleiben.

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