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Fischverkauf in Jessen: Karpfen im Gewächshaus

Zum Jahresende hat die gesamte Familie Blei mit dem Fischverkauf zu tun: Auch der 13-jährige Sohn Florian Enrico unterstützt die Eltern.

Zum Jahresende hat die gesamte Familie Blei mit dem Fischverkauf zu tun: Auch der 13-jährige Sohn Florian Enrico unterstützt die Eltern.

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ThOMAS CHRISTEL

Jessen -

Im Gewächshaus im Garten von Familie Blei plätschert es wie an einem munteren Bach. Dort, wo im Sommer Tomaten und Gurken gedeihen, reihen sich im Winter Hälterbecken mit Karpfen, Forellen, Stören und Schleien aneinander, die mit Frischwasser versorgt werden. Vor allem in den Karpfenbecken rumort es ordentlich, die kräftigen Burschen klopfen mit ihren Schwanzflossen an die Wände. „Es ist ziemlich warm“, sagt Mario Blei, „da sind die Fische munterer.“

Seine Frau Silke, Mitinhaberin des Familienbetriebs im Senatorweg 5, erinnert an Dezembernächte, „da haben wir hier Kerzen aufgestellt und sind nachts runtergegangen um aufzupassen, dass nichts einfriert“, erzählt sie.

Seit 1998 betreibt das Ehepaar eine kleine Fischereiwirtschaft mit eigener Aufzucht und Hofladen. Ursprung war das Geschäft für Angler- und Jagdbedarf vom Senior Gerhard Blei. Das Angeln ist das große Hobby der Familie und Silke Blei gesteht schmunzelnd, dass der Fischereischein fast Bedingung für ihre Aufnahme in den Familienkreis war. „Aber ich habe das sehr gemocht, mit Angeln zu gehen, die Ruhe und die Natur zu genießen.“ Dazu bleibe ihr jetzt allerdings kaum noch Zeit. Und zum Jahresende ist es besonders turbulent. „Es kommen immer mehr, die zu Weihnachten und Silvester Fisch haben wollen“, so Silke Blei. Allerdings laufen Regenbogen- und Lachsforellen zumindest zu Weihnachten dem klassischen Karpfen den Rang ab.

An Tagen wie heute steht die ganze Familie ab 8.30 Uhr, wenn der Hofladen öffnet, Gewehr bei Fuß. Die Kunden können sich die Fische direkt am Becken aussuchen, frischer geht es nicht mehr. Das Schlachten übernehmen Mario Blei und Sohn Florian Enrico - der 13-Jährige hat schon den kleinen Fischereischein und darf das. Fischwirt ist sein Traumberuf, erzählt der Siebtklässler.

Silke Blei ist als gelernte Köchin im Ausnehmen und Zerlegen von Fisch ebenso geschickt, aber sie hat mit dem Verkauf alle Hände voll zu tun. Schließlich wird neben dem frischen Fisch auch geräucherter, ebenfalls aus dem eigenen Ofen, angeboten. Und Fischgewürz sowie aus dem Spreewald Meerrettich und Gurken dazu. Früher lagen noch Blätter mit Rezepten auf dem Tresen, „aber das war überflüssig“, so Silke Blei. „Die Leute, die sich hier Fisch holen, haben selbst einen Plan, wie sie ihn zubereiten.“ Bei Familie Blei kommt Fisch am liebsten gebraten auf den Teller. „Karpfen blau ist so gar nicht unser Ding“, sagt die Frau. Geräuchert schmecke Karpfen aber wunderbar, „da wird er auch fester“. Genauso Stör eigne sich sehr gut zum Räuchern. Als Knochenfisch filetiert man ihn am besten oder schneidet ihn in Scheiben und grillt ihn wie Steaks.

Fischverkauf ist bei Familie Blei das ganze Jahr über, jedoch müsse im Sommer vorbestellt werden. Viele Kunden hätten schon die Grillforelle für sich entdeckt. Auch Fischplatten fürs Buffet stellt Silke Blei zusammen. Die Beratung dazu findet im Anglerladen statt. Im Hofladen gibt es derweil frisches Gemüse aus eigener Ernte.

Kontakt: Mario Blei GbR, Senatorweg 5, 06917 Jessen, Telefon 03537/21 44 17 oder 20 35 96. (mz)


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