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Bundeswehr in Holzdorf: Oberst Franz Sauerborn steht letztmalig vor „seiner Truppe“

Oberst Franz Sauerborn (rechts) bei der Kommando-Übergabe an Nachfolger Oberstleutnant Mario Herzer (links). Generalmajor Schulte Berge leitete die feierliche Zeremonie.

Oberst Franz Sauerborn (rechts) bei der Kommando-Übergabe an Nachfolger Oberstleutnant Mario Herzer (links). Generalmajor Schulte Berge leitete die feierliche Zeremonie.

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Sven Gückel

Holzdorf -

Es war der erwartete Abschied mit Wehmut. In einer Zeremonie übergab am Dienstag Oberst Franz Sauerborn das Kommando des Einsatzführungsbereiches 3 und zugleich die Funktion des Standortältesten an einen Nachfolger, Oberstleutnant Mario Herzer.

Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie aktiver und ehemaliger Soldaten zog Sauerborn ein Resümee seiner insgesamt 1234 Tage, die er als Kommandeur am Bundeswehrstandort Schönewalde/Holzdorf diente. „Mir ist bewusst, dass man als Kommandeur und militärischer Führer nur so gut sein kann, wie die Truppe es zulässt“, betonte er in seiner Abschiedsrede. Als Kommandeur sei man somit „im Wesentlichen ein Produkt der Fähigkeiten und des Engagements seiner Untergebenen“. Das letzte Mal vor „seiner Truppe“ zu stehen und Abschied zu nehmen, die er seit August 2012 führte, falle ihm schwer, fügte der 52-Jährige an. Zugleich äußerte er seinen Stolz darüber, selbst gesteckte Ziele erreicht zu haben. So sei er 2012 mit dem Vorsatz angetreten, als „erster Soldat des Verbandes meine Pflicht zu tun und mit Herz und Verstand zu führen“.

Ein entsprechendes Zeugnis bekam Sauerborn von seinem direkten Vorgesetzten, Generalmajor Schulte Berge, Stellvertreter des Kommandeurs und Chef des Stabes Zentrum Luftoperation in Kalkar, ausgestellt. Es gebe viele, die einen solchen Verband wie den EFB 3 am Laufen halten. Doch nur einer sei umfassend für dessen Führung verantwortlich. „Sie haben ihn mit viel Herzblut geführt und sind dabei oft über die Grenzen der persönlichen und familiären Belastbarkeit hinausgegangen“, zollte der General Respekt.

Die Reduzierung des Einsatzführungsdienstes auf bundesweit zwei Bereiche habe eine spürbare Erhöhung der Einsatzzeit auf nahezu einhundert Prozent mit sich gebracht, blickte Oberst Sauerborn zurück. Ungeachtet von zum Teil erheblichen personellen Vakanzen habe die Truppe hochgradig engagiert, kompetent und kreativ gearbeitet, so Sauerborn weiter. Als Kommandeur habe er während seiner Dienstzeit in Schönewalde/Holzdorf einen vorbildlichen Geist des Dienens erleben dürfen.

Bedauert habe Franz Sauerborn hingegen die dienstlich bedingte Abwesenheit am Standort, die in seinem Falle allein einen siebenmonatigen Afghanistaneinsatz beinhaltete. Zu seinem Leidwesen konnte er so nicht immer wie von ihm gewünscht seiner Arbeit in Holzdorf nachkommen. Trotzdem sei er in höchstem Maße dankbar und stolz, Kommandeur dieses Verbandes gewesen sein zu dürfen.

Sauerborns Nachfolger, Oberstleutnant Mario Herzer, ist am Standort kein Unbekannter. Um so mehr freut er sich nun über die Rückkehr, seinen Worten zufolge eine Wunschverwendung. „Mit großer Freude und Respekt werde ich die neue Aufgabe angehen. Wohl wissend, einen leistungsfähigen Verband mit ausgezeichnetem Ruf und engagierten Mitstreitern zu übernehmen“, sagte er. (mz)


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