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Mitteldeutsche Zeitung | Asylbewerber: Neu-Holzdorfer ziehen ein
19. February 2016
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Asylbewerber: Neu-Holzdorfer ziehen ein

Im vorderen Aufgang des Wohnblocks in Holzdorf Ost sind die ersten neuen Bewohner eingezogen. Der Baucontainer zeigt an, dass im hinteren Bereich noch gebaut bzw. saniert wird.

Im vorderen Aufgang des Wohnblocks in Holzdorf Ost sind die ersten neuen Bewohner eingezogen. Der Baucontainer zeigt an, dass im hinteren Bereich noch gebaut bzw. saniert wird.

Foto:

Klaus Adam

Holzdorf -

Für kommende Woche sind die nächsten avisiert.

Die ersten 21 Flüchtlinge sind am Dienstag in Wohnungen in Holzdorf Ost eingezogen, wie am Freitag bekannt wurde. „Vorrangig“ seien es Familien (derzeit zwei), aber auch Einzelpersonen, informiert auf MZ-Nachfrage Kreissprecher Ronald Gauert. Damit zieht in die ersten neun extra für sie hergerichteten Wohnungen in der Siegmund-Jähn-Straße neues Leben ein.

Kommende Woche erneut Zuzug

Unwahrscheinlich ist, dass unter den Neu-Holzdorfern einige sind, die bereits Bewohner der Holzdorfer Mehrzweckhalle waren (siehe auch „Halle rund ein halbes Jahr Notunterkunft“). Denn laut Gauert seien die Ankömmlinge direkt per Transfer aus einer Zentralen Aufnahmestelle (ZAST) des Landes gekommen. Keiner von ihnen hat laut seiner Spekulation bereits einen formellen Aufenthaltstitel. „Von den 1 625 Flüchtlingen, die per 17. Februar im Kreis leben, haben überhaupt erst 261 eine gültige Aufenthaltsgenehmigung“, erläutert er. „Viele hatten noch nicht einmal Zeit, überhaupt einen Antrag dafür zu stellen.“ In der kommenden Woche, blickt der Kreis-Pressesprecher schon mal voraus, werden weitere elf Wohnungen in diesem Block fertiggestellt und bezogen.

Noch außen vor ist im Moment die Belegung der dritten und vierten Obergeschosse. „Diese Etagen werden erst ab März belegt“, so Gauert. Dieser Entscheidung liegen Sicherheitserwägungen zugrunde. „Wir haben am Donnerstag mit der Stadt Schönewalde eine Vereinbarung über die Nutzung deren Drehleiter abgeschlossen“, erfährt die MZ vom Jessener Ordnungsamtsleiter Daniel Lehmann. „Von Jessen aus wären wir nicht innerhalb der gesetzlich geforderten zwölf Minuten vor Ort. Von Schönewalde aus schon“, erläutert Lehmann zum Hintergrund. Dafür stellt Jessen im Gegenzug die technischen Rettungsmittel wie Hydraulikschere und -spreizer des neuen Holzdorfer Einsatzfahrzeuges zur Verfügung, an denen es beim brandenburgischen Nachbarn mangelt. „So nutzen wir Synergieeffekte.“ Da die Folgen dieser Vereinbarung in die Einsatzunterlagen der Leitstellen der Kreise einzuarbeiten sind, wurde als Stichtag des Inkrafttretens der 1. März vereinbart, ergänzt der Jessener Ordnungsamtsleiter.

Schulbusse halten zusätzlich

Wohl eher nicht im direkten Zusammenhang mit dem Einzug der ersten Asylbewerber in Holzdorf Ost steht eine verkehrstechnische Neuregelung. Die Schulbusse, so bestätigt Ronald Gauert MZ-Informationen, halten seit dieser Woche jetzt zusätzlich in der Hans-Grade-Straße. Damit müssten die Kinder nicht mehr durch den dunklen Wald zur Haltestelle an der Mehrzweckhalle laufen, wie ein Holzdorfer dazu anmerkt. Das sei sein Vorschlag in einer Bürgerversammlung gewesen, der nun umgesetzt werde.

Getrennte Müllentsorgung

„Es stimmt“, bestätigt Kreissprecher Gauert auch jene MZ-Information, nach der die Flüchtlinge künftig einen eigenen Mülltonnenstandort nutzen sollen, den die Alt-Bewohner der Wohnblocks in Holzdorf Ost nun nicht mehr „beschicken“ können. „Das ist in Absprache mit dem Vermieter-Unternehmen so erfolgt“, erläutert Gauert. Zum einen könne man nicht jedem einzelnen der Neu-Bewohner einen eigenen Schlüssel für die Tonnen zur Verfügung stellen und zum anderen wolle man die Entsorgung bewusst trennen. Nicht bestätigen wollte er die MZ-Frage, ob dies so geregelt sei, um von vornherein Streit zwischen Alt- und Neu-Bewohnern zum Entsorgungsgebaren auszuschließen.

Wie Jessens Ordnungsamtsleiter Daniel Lehmann noch informierte, wird es im Zusammenhang mit der Neubelegung künftig Parkraumeinschränkungen geben. Die Parkflächen zwischen den Wohnblocks werden gesperrt, um im Notfall mit Rettungsmitteln ungehindert Zugang zu finden. (mz)


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