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Vergifteter Köder in Hettstedt: Hundehasser töten Dalia

Die zehnjährige Dalia lebt nicht mehr.

Die zehnjährige Dalia lebt nicht mehr.

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Privat

Hettstedt/Eisleben -

„Was sind das nur für Leute, die so etwas tun?“ Nadine Klanthe ist fassungslos. Die 33-Jährige hat soeben erfahren, dass ihre Hündin Dalia tot ist. Der zehnjährige Cavalier King Charles Spaniel ist offenbar vergiftet worden. Vermutlich stecken Hundehasser dahinter.

Die Todesnachricht erreichte die junge Frau in der Schweiz. Seit gut zwei Jahren wohnt und arbeitet die gebürtige Hettstedterin in der Alpenrepublik. Der Hund ist bei ihren Eltern in Hettstedt geblieben. Sie haben sich rührend um das kleine Tier gekümmert. „Sie hat das sehr mitgenommen.“

Wie üblich waren die Eltern von Frau Klanthe abends in der Nähe ihrer Wohnung im Ahornweg mit dem Hund noch einmal draußen. Ganz normales Gassigehen.

Tierarzt kann nicht helfen

In der Nacht haben sie bereits gemerkt, dass etwas nicht stimmt mit dem Hund. Sie versuchten, die Hundedame zu trösten. Der Zustand hat sich aber nicht gebessert. Am nächsten Morgen sind sie sofort mit dem Hund zum Tierarzt gegangen. Doch der konnte Dalia nicht mehr helfen. Der Arzt habe nur den Tod feststellen können. Alles habe auf eine Vergiftung hingedeutet.

Wo genau der Hund den vergifteten Köder gefressen hat, das sei nicht bekannt. Sie würden schon darauf achten, dass der Hund nicht irgendetwas frisst, was in der freien Natur herumliegt. Aber man könne ihn nun einmal nicht jede Sekunde im Auge behalten. Wie man nur auf die Idee kommen kann, solch einen Giftköder zu basteln, ist Frau Klanthe ganz einfach rätselhaft.

Man habe immer wieder davon gehört, dass solche Köder im Umlauf sind. Am Ölgrundteich in Hettstedt wurde sogar ein Zettel platziert, auf denen auf die Gefahren hingewiesen wird. Dort heißt es unter anderem, dass wiederholt Köder für Hunde im Bereich des Ölgrundteiches gefunden worden sind. Dabei handele es sich um Bratwürstchen und Käse, gespickt mit Angelhaken und Nägeln.

Warnung in Eisleben

Auch in Eisleben sollen angeblich Giftköder für Hunde ausgelegt worden sein. So vermittelt es ein Zettel, der im Stadtpark aushing. Darauf wird vor Ködern gewarnt, die mit Rattengift versehen seien.

Der Zettel im Eisleber Stadtpark ist bei der Polizei bekannt. Man habe versucht, telefonisch Kontakt mit dem Verfasser aufzunehmen. Das allerdings ohne Erfolg. Auch die MZ hat erfolglos versucht, unter der Nummer jemanden zu erreichen.

„Anzeigen wegen der Giftköder liegen bei uns nicht vor“, sagt Heiko Prull, der Sprecher des Polizeireviers. Er rät, wenn solche Köder auftauchen, sich mit den Regionalbereichsbeamten in Verbindung zu setzen, die es mittlerweile in allen Kommunen gibt.

Nach den Worten von Andreas Stude, Chef des Eisleber Tierheimvereins, müssen Hunde, die Rattengift gegessen haben, nicht notgedrungen daran sterben. Hundehalter, die merken, dass ihre Tiere etwas gefressen haben und nach Stunden „grundlos“ apathisch werden, sollten schnellstens zum Tierarzt. Dieser könne dem kranken Hund ein Gegenmittel zum Rattengift spritzen. „Bei sofortiger Behandlung muss der Hund nicht zwangsläufig sterben“, so Stude. (mz)


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