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Tierpark Walbeck: Tiere haben den Winterschlaf verschlafen

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 21:45 Uhr
Zwei Weißstörche müssen im Tierpark ausharren. Sie waren verletzt und konnten nicht in den Süden fliegen. (FOTO:REIBER) 
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Frostige Temperaturen machen den Vögeln im Tierpark Walbeck zu schaffen. Das milde Wetter zu Jahresbeginn hat die Eichhörnchen verwirrt.
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walbeck/MZ. 

Mit gemischten Gefühlen schaut man im Tierpark Walbeck auf die Rückkehr des Winters. Die frostigen Temperaturen können für manche gefiederte Bewohner des Tierparks richtig gefährlich werden. "Einige unserer Vögel sind schon langsam in die Mauser gekommen, durch den Frost könnten sie tot von der Stange fallen. Schließlich fehlt denen ja das Federkleid", sagt Tierpfleger Ralf Beinert. Normalerweise kommen diese Vögel erst im Frühjahr in die Mauser, wenn die Frostgefahr vorüber ist und nicht schon im Januar. Doch das milde Wetter zu Jahresbeginn hat ihnen vorgegaukelt, dass der Frühling naht.

Verwirrung hat die ungewöhnliche Witterung auch bei anderen Tieren ausgelöst. So sind die Eichhörnchen noch immer mopsfidel, obwohl sie schon im Winterschlaf sein sollten. "Eigentlich halten die kleinen Nager längst ihre Winterruhe und stehen nur auf, wenn sie fressen müssen", erklärt Tierpfleger Beinert. Dass sie den Winterschlaf verschlafen haben, sei zwar untypisch für diese Tierart, aber nicht weiter gefährlich, so der 49-jährige Tierparkmitarbeiter.

"Die Eichhörnchen bunkern übrigens so viel Nahrung an vielen verschiedenen Orten, weil sie so vergesslich sind. Die wissen gar nicht mehr, wo sie etwas versteckt haben und müssen ihre Vorratskammern immer wieder aufs Neue erst suchen. Das kann man in richtigen Wintern auf unserem Gelände ganz gut beobachten", erzählt Beinert.

Einen unfreiwilligen Stopp im Tierpark mussten zwei Weißstörche einlegen. Sie hatten verletzungsbedingt den Abflug in ihr Winterquartier verpasst. Die beiden Zugvögel wurden im Tierpark aufgepäppelt und werden nun von den Tierpflegern über den Winter gebracht. "Das sei aber kein größeres Problem, weder für die Störche, noch für die Pfleger", sagt Petra Wernicke, die Vorsitzende des Trägervereins und zugleich Ortsbürgermeisterin von Walbeck.

Sie war froh, dass es bisher nicht so kalt gewesen ist. "Das hat uns einiges einfacher gemacht", so Wernicke. So mussten bis Freitag die Rotlichtlampen für die Ziervögel noch nicht eingeschaltet werden und mit eingefrorenen Tränken hatten die Tierpfleger bis dahin keine Probleme. Das hat sich mit der Wiederkehr des Winters geändert. Wernicke hofft, dass die Energiekosten das knappe Budget des Tierparks nicht zu arg belasten.

Sie freut sich über die wachsende Beliebtheit des Tierparks über die Region hinaus. Sogar aus Halle kämen vermehrt Familien mit Kindern, die den Walbecker Tierpark als ihr regelmäßiges Ausflugsziel auserkoren haben. "Hier bei euch ist es so schön und vor allem können wir unsere Kinder mal unbesorgt einfach laufen lassen", zitiert Beinert ein häufig geäußertes Lob der Besucher. Auch in diesem Jahr hat der Trägerverein des Tierparks einiges vor. So soll ein weiterer Teil der Außenmauer, vom Eingang in Richtung Schloss, erneuert werden. Auch der inzwischen 20 Jahre alte Spielplatz soll wieder in Schuss gebracht werden, was die Attraktivität bei den Kindern deutlich steigern dürfte.

"Der Spielplatz muss dringend erneuert werden. Die jetzige Ausstattung würde uns wohl der Tüv nicht mehr abnehmen", befürchtet sie. Derzeit werden im Trägerverein die Angebote sondiert. "Es wird auf jeden Fall wieder etwas zum Klettern, Schaukeln und zum Rutschen dabei sein. Und aus Holz soll er sein", so die Vereinsvorsitzende.

Im Tierpark soll in diesem Jahr jeden Monat ein Fest stattfinden. Geplant sind unter anderem Bauernmärkte, Frühschoppen, ein Knutfest, etwas zum Kindertag und auch zu Helloween. "Gern dürfen auch ruhig öfter Schulklassen ihre Ausflüge hierher machen oder passende Unterrichtsthemen bei uns draußen oder in unseren Räumen abgehandelt werden", lädt Wernicke die Schulkinder ein.

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