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Stadtentwicklung: Hettstedt vor und nach der Wende

Uhr | Aktualisiert 11.01.2013 19:47 Uhr
Reinhard Heilig (l.) und Rudi Lindau um 1987 an der Apollokreuzung. (FOTO: MZ) 
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Wie Hettstedt sein Gesicht nach dem Ende der DDR verändert hat. Ein Besucher aus dem Harz erinnert sich an Zeiten grauer und trostloser Straßenzüge.
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hettstedt/MZ. 

Reinhard Heilig wohnt in Bad Harzburg, doch seine zweite Heimat ist die Region um Hettstedt. Seine Mutter stammt aus Wiederstedt, andere Vorfahren kommen aus Sandersleben. "Ich habe mein Leben lang den Kontakt ins Mansfelder Land nie verloren", sagt der heute 72-jährige Gastronom im Ruhestand. Regelmäßig hat er seine Verwandten im Osten besucht. Erst recht, nachdem im Herbst 1989 die Mauer gefallen ist. Und bei seinen Streifzügen kam er immer wieder nach Hettstedt.

Nicht in Vergessenheit geraten

Mit Rudi Lindau, der im Walzwerk gearbeitet hat, aber inzwischen verstorben ist, ist er oft durch die Stadt gebummelt. "Den kannte fast jeder", erinnert er sich. Wenn er heute alte Fotos aus dieser Zeit betrachtet und sie mit der Gegenwart vergleicht, "kann man sehen, was sich seither in Hettstedt verändert hat", sagt Heilig und fährt fort: "Da liegen Welten dazwischen."

Er hat einige dieser Fotos, die etwa um 1987 entstanden sind, an die MZ-Redaktion geschickt, auch weil er bei seinen Gesprächen immer wieder spürt, wie wenig die Jugendlichen mehr als 20 Jahre nach der deutschen Einheit darüber noch wissen und wie schnell bei den Älteren die Erinnerung daran verblasst ist. "Sah das nicht trostlos aus", fragt er und zeigt auf ein Bild mit Blick in den Freimarkt.

"Alles grau in grau, die Fassaden bröckelten und erst die Dächer ...", winkt er ab. Er hat manchmal auch noch den rußigen Geschmack auf der Zunge von der Luft, die durch die vielen Kohleheizungen stark belastet war. "Es kann sich jetzt kaum noch einer vorstellen, wie schlimm das damals war. Als ob die Zeit stehen geblieben war."

Fortschritte überall unübersehbar

Wenn Reinhard Heilig heute Hettstedt geht, atmet er regelrecht auf. Nicht nur die Luft ist sauber. Auch viele Straßenzüge sind nicht mehr wiederzuerkennen. Fassaden haben eine neuen Farbanstrich erhalten. Fenster und Dächer sind erneuert. Ganze Plätze wie am Busbahnhof wurden umgestaltet. "Wie schön die Stadt geworden ist", sagt er und freut sich über die Fortschritte. Es gibt aus seiner Sicht kaum noch Unterschiede zu ähnlichen Städten im Westen Deutschlands. Dennoch weiß er aus seinen regelmäßigen Besuchen in der Region, dass beileibe noch nicht alles glänzt. Die miese Stimmung, auf die er manchmal stößt, hält er dennoch nicht für gerechtfertigt. Wie würde Hettstedt wohl heute aussehen, wenn die Einheit nicht gekommen wäre, fragt er und wagt nicht daran zu denken. Dabei fällt ihm ein Besuch gegen Ende der DDR-Zeit in Halberstadt ein. "Damals waren in der Harzstadt ganze Straßenzüge wegen Baufälligkeit gesperrt. Ein ähnliches Schicksal hätten wohl auch Hettstedt und viele andere Städte im Osten ereilt", ist er sich sicher. Das ist diesen Städten erspart geblieben. Ihr Antlitz kann sich wieder sehen lassen.

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