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Raubüberfall bei Helbra: 15-Jährige zum zweiten Mal überfallen

Die Polizei prüft derzeit mögliche Zusammenhänge zwischen dem aktuellen Raubüberfall bei Helbra und einem früheren Zwischenfall.

Die Polizei prüft derzeit mögliche Zusammenhänge zwischen dem aktuellen Raubüberfall bei Helbra und einem früheren Zwischenfall.

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Winterfeld

Helbra -

Der Überfall auf ein 15-jähriges Mädchen auf einem Feldweg zwischen Ahlsdorf und Helbra war kein Einzelfall. Bereits im November vergangenen Jahres war das Mädchen in der Nähe des jetzigen Tatortes von jungen Männern überfallen worden. Dies bestätigte die Polizei auf Nachfrage. Wie Mario Jahn, Vater der 15-Jährigen, der MZ am Dienstag mitteilte, ereignete sich die erste Tat an einer Umgehungsstraße in Ziegelrode. Die Täter hätten seine Tochter dort mit einem Messer angegriffen und ihr eine Schnittwunde am Bauch zugefügt. Einer der Täter soll nach Angaben seiner Tochter auch am Überfall vergangenen Samstag beteiligt gewesen sein, so Jahn.

Spuren werden ausgewertet

Die Polizei in Eisleben hält sich unterdessen bedeckt: „Wir prüfen derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen den zwei Fällen gibt“, teilte Heiko Prull, Sprecher des Polizeireviers Eisleben. Aktuell sei die Polizei noch mit der Spurenauswertung beschäftigt. Bis hierzu Ergebnisse vom Landeskriminalamt vorliegen, könne es noch einige Zeit dauern.

Die 15-Jährige aus Ahlsdorf war am Samstagnachmittag auf dem Feldweg von drei jungen Männern überfallen und beraubt worden. Einer der Männer habe sie ins Gesicht geschlagen und zu Boden gestoßen. Das Mädchen musste anschließend ambulant behandelt werden. Bei den Tätern soll es sich nach ihren Angaben um Männer südländischen Aussehens im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gehandelt haben.

Dieser Überfall hat sich inzwischen auch in Helbra und Ahlsdorf herumgesprochen. Aufregung herrscht dort aber, auch hinsichtlich des Verdachts auf ausländische Täter, nicht. „Natürlich sieht man im Ort immer mal Flüchtlinge. Manche von ihnen grüßen sogar, wenn man sich begegnet“, erzählt eine junge Frau vor einem Einkaufsmarkt in Ahlsdorf. Passiert sei ihres Wissens bisher aber nichts. Auch in Helbra, wo aktuell 35 Asylsuchende wohnen, scheint das Zusammenleben weitgehend ruhig vonstatten zu gehen. „Man sieht die Asylbewerber hin und wieder auf der Straße, wenn sie vom Bus oder vom Einkaufen kommen“, berichtet die Verkäuferin eines Glas- und Porzellanwarenladens. Ansonsten jedoch bekomme man die neuen Bewohner im Ort nicht weiter mit.

Zusammenleben reibungslos

Karsten Patz, Bürgermeister von Ahlsdorf, sieht keine Probleme mit Ausländern im Ort. Ganz im Gegenteil: „Wir haben Ausländer in Ahlsdorf, die leben seit vierzig Jahren hier, sprechen perfekt Deutsch und haben sich angepasst. Die sind quasi keine Ausländer mehr“, erzählt Patz.

Mit dem Vorfall, der sich am Samstag zugetragen hat, gehe man in Ahlsdorf sehr vorsichtig um, so der Bürgermeister. Hintergrund sei ein zurückliegender Fall vom September 2015: Damals wurde ein Kind in Ahlsdorf durch eine brennende Deo-Flasche verletzt. Im Verdacht stand ein Flüchtling. Aufgrund widersprüchlicher Angaben befragte die Polizei das Kind erneut. Dabei stellte sich heraus, dass es sich selbst verbrannt hatte.

„So oder so muss man sowas ordentlich aufklären. Schon um Gerüchte gegebenenfalls im Keim zu ersticken“, so der Ahlsdorfer Bürgermeister gegenüber der MZ. (mz)


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