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Nach Notunterkunft: Ende einer Odyssee für 80-Jährige aus Mansfeld

Uhr | Aktualisiert 22.01.2013 21:23 Uhr
Lieselotte Heitmüller (links) im neuen Zuhause (FOTO: LUKASCHEK) 
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Die 80-Jährige Lieselotte Heitmüller ist angekommen in ihrer Heimat. Nach einer vierwöchigen Odyssee von Notunterkunft zu Hotel, zurück zur Notunterkunft und letztlich wieder ins Hotel. Nun kann sie im Seniorenheim "Schlossblick" in Mansfeld bleiben.
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mansfeld/MZ. 

Es duftet nach Kaffee und Toast. Jeden Bissen des Marmeladenbrotes genießt Lieselotte Heitmüller. Dabei schweift ihr Blick immer wieder hinaus durch die Balkontür, direkt auf das Schloss in Mansfeld. Die 80-Jährige ist angekommen in ihrer Heimat. Nach einer vierwöchigen Odyssee von Notunterkunft zu Hotel, zurück zur Notunterkunft und letztlich wieder ins Hotel. Nun kann sie im Seniorenheim "Schlossblick" in Mansfeld bleiben.

"Mir geht es gut", sagt sie. Auch wenn ihr die Strapazen der vergangenen Wochen noch in ihren Knochen stecken. Vor allem die unbeheizte und bis auf ein Bett unmöblierte Notunterkunft, in der sie mehr als drei Wochen hauste, hat ihr zugesetzt. Zurück in ihr Wohnhaus konnte sie nicht, weil dort eine Decke eingestürzt war.

"Als sie dank der Hilfe von Spendern von der Notunterkunft wieder ins Hotel kam, hatte sie drei Tage Schüttelfrost. Wäre sie noch länger in der Notunterkunft geblieben, hätte sie das sicher nicht überlebt", ist sich Ruth Wormann sicher. Kurz vor Weihnachten war sie durch Zufall auf das Schicksal der Seniorin aufmerksam geworden, als sie sie nach einer Weihnachtsfeier nach Hause begleitete. Gemeinsam mit ihrer Freundin Angela Kaschuba sorgt sie seitdem für die alte Dame. Hatte zwischenzeitlich warmes Essen für sie gekocht, Kleidung besorgt und sich dafür stark gemacht, dass Lieselotte Heitmüller schnell ein lebenswertes Zuhause findet.

Ihre Hilfsbereitschaft stieß aber nicht überall in Mansfeld auf Verständnis, da Heitmüller in ihrem Wohnort sehr umstritten ist. "Wir hätten das aber auch für jeden anderen getan", bekräftigt Angela Kaschuba und ergänzt: "Jetzt sind wir heilfroh, dass es mit dem Heimplatz alles doch so schnell ging." Gleich nachdem sie die erste Pflegestufe zuerkannt bekam, konnten die beiden die Koffer für die 80 Jahre alte Seniorin packen. Die Kosten übernimmt zunächst das Sozialamt. Ihre vom Landkreis beauftragte Betreuerin Marion Ethner ist froh, sie in guten Händen zu wissen: "Sie braucht eine medizinische Versorgung und diese ist im Heim gewährleistet." Was aus Heitmüllers Wohnhaus wird, ist laut Ethner noch unklar. Dessen ungeachtet, steht zumindest eins für Heitmüllers beide Helferinnen fest: Sie werden auch weiterhin für die Seniorin da sein und sie besuchen: "Wir lassen sie nicht alleine."

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