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Mansfeld-Südharz: Hilferuf aus der Absteige

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 22:08 Uhr

Lieselotte Heitmüller (r.) weiß nicht mehr weiter. Hilfe bekommt sie bisher nur von Ruth Wormann (l.) und Angela Kaschuba (mitte). (FOTO: KLAUS WINTERFELD)

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Lieselotte Heitmüller aus Mansfeld kämpft an Feiertagen ums Überleben. Ihre Unterkunft, die sie vor zwei Wochen nach einem Krankenhausaufenthalt von der Stadt Mansfeld zugewiesen bekam, hat keine Heizung, Kühlschrank oder sonst irgendeinem Möbelstück. Nur ein Bett steht am Rand des Raums.
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mansfeld/MZ. 

Weihnachten? Fällt für Lieselotte Heitmüller aus Mansfeld in diesem Jahr aus. Stattdessen zählt für sie nur eins: der Kampf ums nackte Überleben. In ihrer Unterkunft, die sie vor zwei Wochen nach einem Krankenhausaufenthalt von der Stadt Mansfeld zugewiesen bekam. Ohne Heizung, Kühlschrank oder sonst irgendeinem Möbelstück. Nur ein Bett steht am Rand des Raums. Vor ihm ausgebreitet ihr übriges Hab und Gut: Medikamente, ein paar Taschen und ein Radio. "Ich habe mir noch zwei Pullover gekauft. Die trage ich seitdem übereinander, um nicht zu frieren", sagt Heitmüller.

Dabei würde die 80-Jährige so gern wieder zurück in ihr altes Zuhause nur ein paar hundert Meter weiter. Aber es geht nicht mehr. "Das Haus hat einen Wasserschaden und die Decke ist schon runter gekommen", erzählt sie. Die Reparatur kann sie nicht bezahlen. Je öfter Ruth Wormann aus Vatterode die Geschichte hört, desto wütender macht sie die Situation, in der die Rentnerin nun steckt. Erst kurz vor den Feiertagen lernten sich die beiden Kirchengemeindemitglieder kennen. "Wir waren gemeinsam auf einer Weihnachtsfeier auf dem Mansfelder Schloss. Dort habe ich sie gefragt, ob ich sie nach Hause fahren soll, weil sie humpelte", erzählt Wormann. Was sie dann in der Unterkunft zu sehen bekam, verschlug ihr die Sprache. "In so ein Loch kann man doch keinen Menschen abschieben!"

Um der Rentnerin zumindest etwas in ihrer Not zu helfen, bringt sie täglich warmen Kakao und Suppe in der Thermoskanne vorbei. Viel wichtiger wäre ihr aber, dass sie schnellstmöglich eine beheizte und lebenswerte Unterkunft bekäme, bei der nicht die Tapete von den Wänden hängt, es in der Nasszelle beißend riecht und sich bei Minusgraden die Eisblumen am Fenster bilden.

Für die Stadt Mansfeld ist der Fall allerdings schon abgeschlossen. "Wir haben ihr die Wohnung gesucht und den sozialpsychiatrischen Dienst vom Landkreis informiert. Jetzt ist das Sozialamt zuständig", sagte Mansfelds Bürgermeister Gustav Voigt (FWG) am Sonntag auf MZ-Nachfrage. Eine andere Notunterkunft habe auf die Schnelle nicht zur Verfügung gestanden, bestätigt auch Großörners Bürgermeister Bernd Hojenski (CDU). "Mir war erstmal wichtig, dass sie nicht erfriert und ein Dach über den Kopf bekommt", sagt Hojenski, der die Rentnerin schon länger kennt. Er setzt nun auch alle Hoffnungen auf die Mitarbeiter des Sozialamtes, die sich ihrer annehmen sollen. Auf die Hilfe wartet Heitmüller mittlerweile seit 14 Tagen. Das Amt war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dennoch könnte Lieselotte Heitmüller zumindest über die Feiertage mit einer kurzfristigen Hilfe rechnen. Wie Landkreissprecherin Babett Mitschka mitteilte, gebe es zumindest die Möglichkeit, den Fall bei der Leitstelle zu melden und medizinische Versorgung zu rufen.

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