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Mansfeld-Südharz: Dienstältester Blutspender

Uhr | Aktualisiert 20.01.2013 22:03 Uhr
Karl Dieter Ränsch bei seiner 166. Blutspende. Schwester Christine Föhringer nimmt ihm den Lebenssaft ab. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK) 
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Karl Dieter Ränsch aus Gerbstedt ist einer der dienstältesten Blutspender im Mansfelder Land. Es gibt nur wenige, die noch öfter als 166 Mal Blut spenden waren, genannt werden muss Lothar Henschel aus Hettstedt mit mehr als 180 Blutspenden.
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gerbstedt/MZ. 

Dem lebensfrohen Ränsch sind diese Zahlen allerdings nicht so wichtig, für ihn ist der regelmäßige Gang zur Blutspende seit mehr als vier Jahrzehnten praktisch Teil seines Lebens. Wenn der 67-Jährige zurückblickt und sich vorstellt, dass man ihm schon 73 Liter Blut abgezapft hat, staunt er. "Man glaubt gar nicht, wie viel das ist", sagt der gelernte Maurer, der im Sommer 1970 in Halle beim Bau der Hochstraße dabei war. Damals arbeitete er in einer Jugendbrigade des Straßen-, Brücken- und Tiefbaukombinates Halle, die auf die Idee gekommen war, gemeinsam Blut spenden zu gehen. Weil das Punkte im Wettbewerb brachte. "Da waren wir noch jung, man hatte keine Beschwerden. Alles ging seinen sozialistischen Gang", lacht er heute und meint rückblickend, dass er bislang zum Glück noch nie auf eine Blutkonserve angewiesen war. Lediglich zweimal sei es ihm passiert, dass er wegen Krankheit von der Arbeit weggeholt werden musste. Das war an der Kinder- und Jugend-Sportschule in Halle, wo er 1980 bis 2005 als Hausmeister tätig war. Er hat die Zeit erlebt, als die Boxer Timo Hoffmann oder Siegfried Mehnert noch die Schulbank drückten oder Olympiasiegerin Ilke Wyludda und viele andere.

Vor reichlich drei Jahren ist der begeisterte Hobbybastler, der über eine beachtliche Sammlung von Truck-Modellen verfügt, mit seiner Frau von Halle nach Gerbstedt gezogen, um dem Enkel näher zu sein. Den beiden "Neugerbstedtern" gefällt es in der Kleinstadt. Von den Fenstern ihrer Wohnung können sie ihren Garten sehen. Und was die Örtlichkeiten und die Stadtgeschichte betrifft, haben sie von einem Nachbarn, der 40 Jahre Busfahrer war, schon eine Menge mitbekommen. Gerbstedt mit seinen Miniburgen und den Modellen des Fahrzeugparks der Halle-Hettstedter Eisenbahn ist schon ein angenehmer Flecken Erde.

Blutspende ist hier auch kein Problem, die findet regelmäßig in der Schule statt. Ränsch geht viermal im Jahr und meint, dass sein Körper sich daran gewöhnt habe. Ungefähr zwei Wochen vor dem nächsten Termin wird er schon unruhig. Erst nach der Blutspende ist wieder alles normal. Ränsch hat keine Erklärung dafür, er lacht nur darüber.

Offenbar nimmt er alles sehr locker. Auch über die im Vergleich zu heute dicken Kanülen, die zu DDR-Zeiten bei der Blutspende verwendet wurden, hat er seine Witze gemacht. "Ich bringe den Schleifstein mit, um sie anzuspitzen", hat er den Schwestern gesagt.

Wie oft er noch Blut spenden wird? Wenn er gesund bleibt, vielleicht noch ein, zwei Jahre. Er weiß ja, wie dringend Blut gebraucht wird, so dringend, dass sogar Spender bis über 70 gefragt sind. Besser wäre es jedoch, wenn sich mehr junge Leute dafür melden würden.

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