Das sei nicht immer so gewesen. Noch vor wenigen Jahren war völlig unklar, wie sich die Situation entwickelt. Es gab sogar Befürchtungen, dass auf Grund des Schädlings die Fichten in den unteren Lagen des Harzes komplett verschwinden. Aber der Kampf gegen den Borkenkäfer - auch Buchdrucker genannt - hat die erhoffte Wirkung gezeigt. Das befallene Holz wurde so schnell wie möglich aus dem Wald gebracht, um zu verhindern, dass die gefährlichen Käfer wieder ausfliegen und neuen Befall verursachen. Die betroffenen Bäume werden abgeschält oder als Feuerholz verwendet.
Kalte Winter hingegen würden dem Borkenkäfer kaum etwas ausmachen, sagt Brett. Der Schädling ist hart im Nehmen: Käfer, Larve und Puppe sind sehr frosthart, weshalb ein großer Teil aller Entwicklungsstadien den Winter leicht überstehen. Deshalb werde man sich auch nicht zurücklehnen. "Man muss die Entwicklung im Auge behalten", so Brett. Und falls notwendig, müsse wieder schnell gehandelt werden.
Vorsichtig optimistisch sind die Forstleute in Wippra auch, was den Eichenbestand betrifft. Landesweit setzen Schädlinge, die als Eichen-Fraßgesellschaft zusammengefasst werden, den Eichen kräftig zu. An der Spitze steht dabei vor allem ein Schmetterling: der Eichenprozessionsspinner. Dieser frisst nicht nur die Bäume kahl, sondern ist als Raupe auch für den Menschen gefährlich. "Der Kontakt kann von allergischen Reaktionen bis hin zum Atemstillstand führen", so Forstexperte Brett. Der Eichenbestand im Wippraer Revier ist relativ gering, er liegt bei etwa 15 Prozent. Es gibt zwar hin wieder Kronen, an denen sich Vertreter der Eichen-Fraßgesellschaft zu schaffen machen, aber bei weitem nicht in dem Maße wie in anderen Regionen in Sachsen Anhalt. Die chemische Keule jedenfalls habe man in Wippra noch nicht zum Einsatz bringen müssen. "Wir hoffen, dass das so bleibt", so Brett.