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Klärwerk in Mansfeld-Südharz: Gullydeckel mit Ablassventil

Schachtabdeckung aus Plaste

Die Phasen des Einbaus: Midewa-Mitarbeiter Lutz Gießler setzt eine Schachtabdeckung aus Plaste am Eisleber Wiesengelände ein.

Foto:

Jürgen Lukaschek

Freist/MZ -

Immer, wenn sich dunkle Regenwolken über Freist zusammenbrauen, schaut Ortsbürgermeister Horst Straße besorgt drein. Doch er fürchtet weniger Wasser, das in Keller eindringen kann, als vielmehr die Massen, die in die Abwasserkanäle rauschen. „Das belastet unser Klärwerk enorm“, erklärte er jüngst im Stadtrat von Gerbstedt, zu dem Freist gehört.

Zusätzliche Wassermassen gefährden Betrieb der Kläranlage

Nach seinen Worten gefährden die zusätzlichen Wassermassen den ordnungsgemäßen Betrieb der Kläranlage, obwohl sie normalerweise nicht einmal richtig ausgelastet ist. Sie kann das Abwasser von rund 14 000 Einwohnern umwälzen, doch nur etwa 9 000 Grundstückseigentümer hängen derzeit erst an dem Freister Klärwerk, das das Abwasser der gesamten Stadt Gerbstedt entsorgt.

Auch Steffen Zwanzig, Geschäftsführer des zuständigen Abwasserzweckverbandes Wipper-Schlenze, beschäftigt das Problem des Oberflächenwassers, das in die Kanäle eindringt. Das beschränke sich aber nicht allein auf den Gerbstedter Bereich, sagte er der MZ. Das Problem tritt an etlichen neuralgischen Punkten, beispielsweise im Klostermansfelder Raum, auf.

Besonders betroffen ist die Freie Straße in Gerbstedt. Dort liegen die Schächte, die eigentlich der Entlüftung der Abwasserkanäle dienen, in der Straßenmitte. Bei starken Regenfällen spült es die Wassermassen wegen des Gefälles dort hinein. Auch, weil an beiden Straßenseiten Wohnhäuser stehen und dadurch das Abfließen des Regenwasser in die Regenwasser-Vorfluter verhindert wird. Ähnlich sieht es an tiefer liegenden Punkten des Abwassernetzes aus.

Um dem leidigen Fremdwasser in den Abwassersystemen Herr zu werden, müssten überall separate Regenwasserkanäle gebaut werden. „Doch das ist einfach zu kostspielig“, räumt Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) ein. Um Kosten zu sparen, greift der Abwasserverband deshalb auf eine besondere Technik zurück.

Er lässt durch die Midewa, der die Wartung der Kläranlagen übertragen wurde, an den dringendsten Stellen in seinem Bereich sogenannte Fremdwasserverschlüsse einbauen. Durch diese Schachteinbauten soll das Eindringen von Regenwasser verhindert werden. Zugleich können aber auch die Gase aus dem Abwasserkanal entweichen, die sonst zu Korrosionen an den Schächten führen würden. „Das funktioniert ähnlich wie ein Schwimmer-Ventil“, erläutert Midewa-Niederlassungsleiter Stefan Ahrends. Nach seinen Angaben haben seine Leute bereits an mehr als 50 Stellen im Gebiet des Abwasserzweckverbandes Wipper-Schlenze solche Verschlüsse eingebaut.

Zuvor muss aber geklärt werden, ob der vermehrte Wasserzufluss in den Kanälen nicht durch Schäden oder bisher nicht erfasste Anschlüsse zustande kommt. Doch Ahrends macht noch etwas anders große Sorgen: „Und das ist das steigende Grundwasser in der Region.“


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