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Karneval in Quenstedt: Mit drei Bypässen in die Bütt

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 21:39 Uhr
Günther Schlegel ist als Büttenredner legendär. (FOTO: JÖRG REIBER) 
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Das Quenstedter Karnevalsurgestein Günther Schlegel denkt noch lange nichts ans Aufhören. Vor fast 30 Jahren hat er die Tradition im "Greml" begründet.
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quenstedt/MZ. 

Als am Sonnabend im "Greml" in Quenstedt die neue Karnevalssession eingeläutet wurde, war Hartmut Günther Schlegel wieder in seinem Element. Er ist das Urgestein des Quenstedter Karnevals. Mit einer Männertanzgruppe fing alles an, vor fast 30 Jahren, weiß Schlegel (60), der Präsident und Begründer des Quenstedter Carneval Clubs 1985, noch genau.

Er war schon immer ein begeisterter Anhänger des Karnevals und als er 1983 von Sangerhausen nach Quenstedt kam, gab es dort nichts, was mit Karneval zu tun hatte, außer der jährlichen Faschingsveranstaltung des örtlichen Frauenchores. "Im ersten Jahr hab ich noch nichts gemacht, aber 1984 habe ich mir ein paar Männer gesucht und bin mit denen bei der Faschingsveranstaltung der Frauen aufgetreten. Von da an war es nicht mehr weit, bis zur Gründung unseres Clubs", berichtet Schlegel.

Bereits im ersten Jahr waren alle Karten für die Veranstaltungen des Vereins umgehend ausverkauft. "Daran hat sich seit 1985 nichts geändert", freut sich der Vorsitzende. Inzwischen wurde aus der Männertanzgruppe ein Karnevalsverein, dessen Veranstaltungen in der Region legendär sind. "Die Karten geben wir jedes Jahr im August oder September heraus und die sind immer sofort weg", so Schlegel stolz.

Nach seinem Erfolgsrezept befragt, gibt er an, dass der Club sehr auf die Qualität des Programms achte und dieses auch je nach Resonanz der Gäste in der laufenden Session nachbessere. "Wenn ich merke, ein Witz kommt beim Publikum nicht besonders gut an, erzähle ich in der nächsten Veranstaltung eben einen anderen", so Schlegel, der gern in der Bütt steht.

Das ganze, fast dreistündige Programm beinhaltet dennoch nicht so viele Büttenreden, dafür um so mehr Show-Einlagen. Aber auch eine moderate Preisgestaltung zählt Schlegel zu seinem Erfolgsrezept dazu. "Was nützt es denn, wenn wir das beste Programm haben, aber keiner kommt, weil wir zu teuer sind", begründet er die Preise.

Anfragen von anderen Karnevalsvereinen für Gastauftritte lehnt der Quenstedter Club kategorisch ab. "Dafür ist die Session viel zu kurz. Rosenmontag ist ja dieses Jahr schon am 9. Februar. Wir machen im Kulturhaus unsere elf Veranstaltungen in dieser Session und das reicht uns auch", so Schlegel.

In den ganzen 28 Jahren war er fast immer aktiv dabei. Nur zweimal musste er aussetzen. Vor sieben Jahren gab er seine Amtsgeschäfte nach einem Schlaganfall für zwei Jahre ab. "Da war ich sogar ein viertel Jahr lang an einen Rollstuhl gefesselt", erinnert er sich nur ungern daran. Vor drei Jahren musste er nochmal für eine Session pausieren, als er nach einem Herzinfarkt drei Bypässe bekam.

Für ihn ist das aber kein Grund aufzuhören. "Ich mache das, so lange ich noch kann. Und kürzer getreten bin ich ja schon. Früher hatte ich mehr Auftritte", so der Präsident, der von den anderen Vereinsmitgliedern "Prinz Karneval" genannt wird. Wegen seines Engagements und weil er selbst einmal Karnevalsprinz war. "Das ist aber schon lange her", sagt Schlegel.

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