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Karneval in Eisleben : Farbenfrohe Rumpelkammer

Darf auch beim Eisleber Karneval nicht fehlen: Die Funkengarde.

Darf auch beim Eisleber Karneval nicht fehlen: Die Funkengarde.

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detlef liedmann

eisleben -

„Kalte Luft kommt von den Polen. Das nennt man Wetterkapriolen.“ Tätä, tätä, tätä. Am Freitagabend hat der Karneval auch Eisleben erreicht und „De Lotterstädter“ baten Närrinnen und Narren zur Auftaktveranstaltung in den Saal der Gaststätte „Mansfelder Hof.“ Inklusive Samstag und Seniorenveranstaltung am Sonntag im Katholischen Gemeindezentrum „Sankt Gertrud“ wurden somit rund 500 Gäste gezählt.

„Wenn wir den Kinderfasching mit dazu rechnen, sind es sogar noch mehr“, sagt Ingo Zeidler, Chef des Eisleber Karnevalsvereins. Die diesjährige Session stand unter dem Motto „Lotterstädter Rumpelkammer“. Im Stile Willi Schwabes und zur Musik „Tanz der Zuckerfee“ aus Tschaikowskys „Nussknacker“ marschierte Zeidler als „Rumpel Ingo“, in der Hand eine überdimensionale Laterne, in den Saal. Elferrat und Funkengarde folgten in zeitlichem Abstand.

Karneval ist Familiensache

Unter den Gästen am Freitag waren auch Wolfgang Hoffmeyer und seine Frau. „Wir gehen schon seit ein paar Jahren hierher. Das ist doch immer wieder schön. Man wird gut unterhalten, kann mal abschalten und so viele Möglichkeiten in so großer Runde zu feiern, gibt es ja in Eisleben nicht mehr“, sagte Wolfgang Hoffmeyer. Auch ganz in Familie, die selbst schon eine große Runde ist, hatten sich die Pecharas aus Helfta um einen der langen Tische versammelt. „Meine Schwester tanzt in der Funkengarde mit“, so David Pechara, der sonst für die Fußballer von Aufbau Eisleben auf Torejagd geht. Karneval als Familiensache. Das ist nicht nur bei den Pecharas so. Auch Martina Gleiche, ihre Tochter Ines Laabs und Schwiegersohn Gerhard sind beim Karneval in Familie unterwegs. Allerdings unter den Mitwirkenden. Martina Gleiche hat sich in diesem Jahr als Charlie Chaplin verkleidet und auf die Suche nach dem tänzerischen Nachwuchs begeben. Tochter Ines kümmert sich um die Choreografien, der Schwiegersohn hält mit der Kamera schließlich alles im Bild fest.

Scheck für die Vereine

Und die Bilder werden alles andere als grau sein. Trotz des Mottos „Lotterstädter Rumpelkammer“. Farbenfroh ging es zu bei den Tänzen der Mädchen und jungen Frauen, dem Auftritt der weiblichen Clowns. Selbst der nachgespielte Sketch „Hoppegarten“, der die DDR-Kultkomiker Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil einst fiktiv auf die Pferderennbahn führte, wurde dieses Jahr aufgefrischt. Und natürlich kam Norbert Lakomy, bekleidet mit einem Regenmantel, in seiner Büttenrede die politische Großwetterlage aufs Korn zu nehmen. Da kommt nicht nur kalte Luft von den Polen, sondern aus Ungarn auch ein Tiefrechtsausläufer. Tätä, tätä, tätä.

Nicht weniger wichtig als der Wetterfrosch war der Auftritt von Sparkassenvorstand Hans-Ulrich Weiss als Faschingstester. Zudem hatte er einen Scheck im Gepäck. Denn die Karnevalsvereine sind aus den Erträgen des Gewinnsparens dieses Mal besonders bedacht worden. „Danke. Unterstützung können wir immer gebrauchen“, so Zeidler. Zudem reimte er: „Gema und Vergnügungssteuer sind zwei böse Ungeheuer.“ Darauf ein „Islebia Helau“.

Mittwoch endet die Narrenzeit mit der Rückgabe des Schlüssels im Eisleber Rathaus. Doch zuvor bitte noch mal: „Narrhallamarsch“. (mz)


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