Hettstedt
Nachrichten, Bilder, Videos, Services, Wetter aus Hettstedt und Mansfeld-Südharz mit Mansfeld, Gerbstedt, Sandersleben, Wiederstedt, Walbeck und der ganzen Region.

Vorlesen

Kahlschlag: Heftige Debatte wegen Fällung

Uhr | Aktualisiert 23.01.2013 19:22 Uhr
Der Ärger um den Kahlschlag ist noch nicht ausgestanden. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK) 
Von
Der verschwundene Wald am westlichen Stadtrand von Hettstedt erhitzt weiter die Gemüter. Der Stein des Anstoßes? Innerhalb von drei Wochen waren hunderte Bäume gefällt worden, was in der Bevölkerung für Empörung gesorgt hatte.
Drucken per Mail
hettstedt/MZ. 

Der verschwundene Wald am westlichen Stadtrand von Hettstedt erhitzt weiter die Gemüter. Auch bei der jüngsten Bauausschusssitzung am Dienstagabend endete die Diskussion um die Fällaktion in einem heftigen Schlagabtausch. Der Stein des Anstoßes? Innerhalb von drei Wochen waren hunderte Pappeln, Eschen und Ahornbäume an der Gartenanlage Neuer Weg gefällt worden, was in der Bevölkerung für Empörung gesorgt hatte.

Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier (CDU) kritisierte die Vorgehensweise des sachkundigen Einwohners Frank Schlanstedt, sich in der Sache sofort an die Öffentlichkeit gewandt zu haben, anstatt zuvor in der Stadtverwaltung nachzufragen. "Sie haben nicht einmal den Weg zu uns gesucht. Das werfe ich Ihnen vor", so Kavalier. Dabei habe es sich die Verwaltung nicht leicht gemacht mit der Entscheidung. Sogar mit einem Gutachten habe man sich abgesichert. "Wir haben uns rechtlich und gesetzmäßig nichts vorzuwerfen", bekräftigte Kavalier seinen Standpunkt und erklärte weiter: "Wir konnten nicht anders reagieren, weil Gefahr im Verzug war und die gesunden Bäume beim Entfernen des Totholzes verletzt wurden." Auch den Vorwurf, die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert zu haben, wies er zurück. Sowohl im Stadtrat als auch im Amtsblatt sei auf die Fällung hingewiesen worden. Genauso sieht es auch Bauausschussvorsitzender Heinz Rother (CDU): "Ich kann es nicht gutheißen, wie Sie hier Panik verbreiten. Das hat unheimlich viel Ärger bereitet und Aufsehen erregt." Zumal seit längerem versucht werde, die Schäden in den Wäldern nach und nach aufzuarbeiten. Nichtsdestotrotz bleibt Frank Schlanstedt auf seinem Standpunkt: "Es geht nicht darum, ob es rechtlich richtig war oder nicht. Das Schlimme ist, dass die Bürger nicht Bescheid wussten. Und diese Meinung habe ich nicht alleine."

Derweil haben sich nun auch zwei Mitglieder des Kreisverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in die Diskussion eingeschaltet. Obwohl sich die Stadt Hettstedt rechtlich nichts vorzuwerfen habe, hat "die Verwaltung die Sensibilität für die Probleme verloren", heißt es in einem Schreiben an die MZ. Um zu DDR-Zeiten die Umweltbelastung durch Industriegase zu verringern, sei erst so viel Wald rings um Hettstedt gepflanzt worden. Großen Aufwand hätten damals Privatleute, Landwirte und Agrargenossenschaften betrieben, um aufzuforsten. "Muss man sich da heute nicht wundern, wenn nach so vielen Jahren voller Initiativen plötzlich Waldflächen kommentarlos verschwinden?"

Auch interessant
Bildergalerien Hettstedt
Babybilder
Lokalsport Eisleben/Hettstedt
E-Paper
Mitteldeutsche Zeitung Titelblatt

Lesen Sie Ihre Mitteldeutsche Zeitung online und auf dem iPad/iPhone. So sind Sie jederzeit aktuell informiert.

Lokalredaktion Eisleben/Hettstedt - Wir sind für Sie da!
Plan 6
06295 Lutherstadt Eisleben
Tel.: (0 34 75) 61 46 10
Fax: (0 34 75) 61 46 19
E-Mail: redaktion.eisleben@mz-web.de
MZ Eisleben bei Twitter
zum Kontaktformular