Still ruhen die Halden. Kein Geheul von Crossmaschinen. Keine neuen Furchen auf den Jahrhunderte alten Naturdenkmälern. Noch nicht! "Aber das Frühlingserwachen kommt bestimmt", versichert Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier (CDU). Bis dahin will die Verwaltung gemeinsam mit Polizei und dem Landkreis einen Plan in der Tasche haben, um den illegalen Motorradfahrten zwischen Hettstedt und Welfesholz ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Schon in den nächsten Wochen wollen sich Vertreter der jeweiligen Behörden treffen und nach Lösungen suchen. Das kündigte Kavalier bei der jüngsten Bauausschusssitzung in Hettstedt an.
Eins ist allen Beteiligten bewusst: Das dürfte ein hartes Stück Arbeit werden. Vor allem, weil die Motorradfahrer meist ohne Nummernschilder und zum Teil sogar ohne Zulassung über die Halden preschen - und so unerkannt wieder verschwinden können. Ihre Hinterlassenschaft, tiefe Spurrinnen und zerfahrene Wege, allerdings bleiben. Und sorgen besonders bei Spaziergängern und Naturschützern zunehmend für Frust, weil ihrer Ansicht nach eine einzigartige Landschaft dadurch zerstört wird.
Fahrer organisieren sich im Internet
Und es kommt noch schlimmer: "Im Internet sind schon Crosstouren durch das Mansfelder Land ausgeschrieben", weiß Bauausschussvorsitzender Heinz Rother (CDU). Sogar Fahrer aus Dresden wurden beim unerlaubten Zerfahren der Kleinhalden schon beobachtet.
Mit dem Problem steht Hettstedt aber nicht allein da. "Im gesamten Landkreis Mansfeld-Südharz wird in den Wäldern und auf sonstigen für die Motocross-Fahrer interessanten Bereichen eine zunehmende Zerstörung der Landschaft durch die Motocross-Strecken beobachtet", sagt Kreissprecherin Babett Mitschka. Erste Versuche, dem Herr zu werden, verliefen im Sande. "Die Fahrer sind untereinander gut organisiert und weichen den Kontrollen aus", so die Kreissprecherin weiter. Nun gelte es, in der neu gegründeten Arbeitsgruppe andere Wege zu finden, um die Motocrosser dingfest zu machen. Und zu verhindern, dass noch mehr Fahrer dazu stoßen.
Motorsportclub bietet Unterstützung an
Ungeachtet dessen hat im Kampf gegen die illegalen Cross-Touren auch der Motorsportclub MC Alterode seine Unterstützung angekündigt. "Wir haben uns Gedanken gemacht, was wir tun können. Und wir sind zu dem Entschluss gekommen, unsere Strecke in Alterode zu vergrößern und attraktiver zu machen", sagt Vereinsmitglied Marc Feyenklassen. Gleich zwei Effekte erhofft sich der Verein dadurch: die Hobbyfahrer von den Halden auf eine offizielle Strecke zu bekommen und neue Mitglieder für den Vereins zu gewinnen. "Der Vorteil ist, dass die Motorräder nicht angemeldet sein müssen, wenn sie auf die Strecke wollen", sagt Feyenklassen.
Indes ist das Vorhaben der Stadt - eine weitere legale Strecke bei Hettstedt freizugeben - in weite Ferne gerückt. "So einfach ist das leider nicht und braucht noch Zeit", bedauert Hettstedts Bürgermeister Kavalier. Vom Tisch sei die Idee aber noch nicht.