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Hettstedt: Schulleiterin nach Prügelei in der Kritik

Uhr | Aktualisiert 23.11.2012 10:20 Uhr
Der Eingang der Schule, in der zwei Jungen verprügelt wurden. (FOTO: LUKASCHEK) 
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Die Leiterin der Ganztagsschule "Anne Frank" in Hettstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) ist nach der heftigen Prügelei unter Schülern am Dienstag auf dem Pausenhof in den Mittelpunkt der Kritik geraten.
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HETTSTEDT/MZ. 

Die Empörung ausgelöst hat ihre Aussage, dass "die Kinder solche Sachen unter sich austragen sollen". Bei der tätlichen Auseinandersetzung waren zwei Jungen im Alter von elf und 14 Jahren so schwer verletzt worden, dass sie mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Dort lagen sie auch am Donnerstag noch, nachdem ihre lädierten Nasenbeine operiert worden waren. Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass sie den Vorfall an ihrer Einrichtung zumindest verharmlosen wollte. Wie ein Sprecher der Kreisverwaltung bestätigte, hatte die Schulleiterin in ihrem Bericht an den Landkreis als Schulträger nur einen schwer verletzten Schüler angegeben. An ihre Aufsichtsbehörde, das Landesverwaltungsamt, meldete sie dagegen zwei.

Die Schulleiterin verweigerte gegenüber der MZ jede Aussage zu den Vorfällen in ihrer Einrichtung und zur Kritik an ihrer Person. Nach Eindruck der Mutter des schwer verletzten 14-Jährigen, wollte die Schulleitung den Vorfall offenbar unter den Teppich kehren. Erst sie selbst hatte mit ihrer Anzeige bei der Polizei den Stein ins Rollen gebracht.

Wie es genau zu der Auseinandersetzung kam und wie viele Schüler daran beteiligt waren, ist derzeit noch unklar. Die Beamten gehen aber inzwischen davon aus, dass ein elf- und ein 13-jähriger Schüler die Prügeleien angezettelt haben sollen. "Die Ermittlungen laufen allerdings noch", sagte am Donnerstag ein Polizeisprecher. Am Freitag sollen Mitschüler befragt werden.

Fakt ist, dass die Vorfälle kein gutes Licht auf die Schule werfen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sie mit dem Titel "Schule gegen Rassismus" ausgezeichnet wurde und während jeder Pause eigentlich ein Lehrer als Aufsicht eingesetzt ist. "Aber wo war denn die Pausenaufsicht, als es zur Prügelei kam", fragt nicht nur die Mutter des schwer verletzten 14-Jährigen. Auch das Landesverwaltungsamt und der Landkreis wollen diese Frage geklärt haben.

Und nicht nur die Aufsicht hat möglicherweise versagt: Seit September sind im Rahmen eines Präventionsprojektes sogenannte "Pausenengel" im Einsatz. Das sind ältere Schüler, die extra dafür ausgebildet wurden, um bei Konflikten einzugreifen. Selbst die Arbeit einer vom Landkreis engagierten Schulsozialarbeiterin wird angesichts der Ereignisse konterkariert. Sie führt regelmäßig Kurse zu Mobbing und gewaltfreiem Zusammenleben durch. Die Schüler würden diese Angebote auch gern wahrnehmen, hieß es weiter. "Trotz der umfangreichen Prävention kann leider nie ganz ausgeschlossen werden, dass es zu solchen Zwischenfällen kommt", so der Pressesprecher des Kreises am Donnerstag.

Um die Vorfälle zu verarbeiten, gab es am Donnerstag erste Gespräche mit Schülern, Lehrern und Eltern. Und zumindest der Landkreis hat sein Bedauern über den Vorfall zum Ausdruck gebracht und den verletzten Jungen gute Besserung gewünscht. Von Seiten der Hettstedter Schulleitung war in dieser Hinsicht bisher nichts zu vernehmen.

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