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Hettstedt: Motocrosser zerstören Kleinhalden

Uhr | Aktualisiert 05.12.2012 19:03 Uhr
Die Kleinhalden südöstlich von Hettstedt werden immer mehr öfter an- und überfahren. (FOTO: PRIVAT, SCREENSHOT MAPS.GOOGLE.DE) 
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Motocrosser nutzen das bergige Gelände auf dem Bergbauwanderweg an den Kleinsthalden zwischen der Kupferstadt und Welfesholz immer häufiger als Abenteuerparcours. Die Schäden sind unübersehbar.
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hettstedt/MZ. 

Touristen? "Die werden nicht mehr kommen, wenn alles kaputt ist", ist sich Waltraud Probst sicher. Die Hettstedterin spaziert fast täglich auf dem Bergbauwanderweg an den Kleinsthalden zwischen der Kupferstadt und Welfesholz entlang. Und was sie seit längerem dort beobachtet, bereitet ihr große Bauchschmerzen: Tiefe Spurrinnen haben sich in einige der Halden gefressen. Obwohl sie sich eigentlich im Landschaftsschutzgebiet befinden und nicht angerührt werden dürften. Doch: "Die Verbotsschilder werden einfach ignoriert oder sogar rausgerissen", erzählt Probst. Zumeist von Motocrossern. Sie nutzen das bergige Gelände immer häufiger als Abenteuerparcours. Die Schäden sind unübersehbar. Das beweisen sogar Satellitenaufnahmen, auf denen gleich ein ganzer Rundkurs zu erkennen ist.

"Es sind aber nicht nur die Motorradfahrer, die die Halden zerstören. Auch die Landwirte", sagt Probst. Die würden mit ihren großen Maschinen viel zu nah an den Haldenausläufen vorbeischrammen. Die Folge? Seltene Pflanzen wie das Kupferblümchen werden einfach überrollt. Probst Hilferufe beim Umweltamt des Landkreises blieben bisher ungehört. Auch auf MZ-Nachfrage bei der Pressestelle war am Mittwoch keine Antwort zu erhalten.

Derweil distanziert sich der Verein MC Geländesport Mansfeld-Südharz von den Vorwürfen der Halden-Zerstörung. "Wir haben unsere festen Trainingsstrecken", versichert Vereinsvorsitzender Carsten Buchmann. Und die befindet sich unter anderem im zwölf Kilometer entfernten Alterode. Dass Mitglieder seines Vereins die Halden kaputt fahren, weist er deshalb strikt von sich. "Wir sind selbst daran interessiert, Schwarzfahrer dazu zu bringen, auf erlaubten Strecken zu trainieren. Deshalb veranstalten wir immer wieder Wettkämpfe", sagt Buchmann. Schließlich sei es auch äußerst gefährlich, die Halden als Rennpisten zu nutzen. In der Vergangenheit gab es dort schon mehrere schwere Unfälle.

Problematisch sei allerdings, dass die Trainingszeiten auf der Hausstrecke in Alterode deutlich eingeschränkt wurden. Training ist nur mittwochs und jeden zweiten Sonnabend möglich. Aber auch dafür soll bald eine Lösung gefunden werden, heißt es aus dem Hettstedter Rathaus. "Wir müssen uns Gedanken machen, welche Strecken wir offiziell für die Motorradfahrer anbieten können. Denn wir wollen sie nicht vertreiben, dieser Sport hat eine lange Tradition in der Region", sagt Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier (CDU). Dass sich die Situation an den Halden dermaßen zugespitzt hat, war ihm bisher allerdings nicht klar, auch dafür müsse deshalb schnellstmöglich eine Lösung her.

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