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Hettstedt: 15. Auflage der Nikolausfahrt lockte viele Interessierte

Uhr | Aktualisiert 09.12.2012 19:48 Uhr
Nikolaus Thomas Fischer gab den zweijährigen Louis Schülbe (jüngster Mitfahrer) sein Geschenk. (FOTO: MAIK SCHUMANN) 
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Seit 15 Jahren sind die Nikolausfahrten der Bergwerksbahn zwischen Benndorf und Hettstedt Tradition. Und auch am vergangenen Wochenende waren alle Fahrten wieder ausverkauft.
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benndorf/MZ. 

Erwartungsvoll und etwas aufgeregt stehen Hannes (7) und Nele (3) Kaulfuß mit Mutti Nadine und Vater Timo aus Schmalzerode am Bahnsteig in Benndorf. Schon zum dritten Mal. "Weil es so toll ist", sagt Nadine Kaulfuß. Nicht nur die Fahrt mit der Bergwerksbahn, sondern auch wegen des besonderen Gastes, der jedes Jahr am Nikolauswochenende während der Fahrt zusteigt. Pünktlich mit dem Glockenschlag setzte sich der Zug in Bewegung, und die Erwartung nicht nur bei den Kindern stieg: Wann wird der Nikolaus wohl kommen? Dann: Halt auf freier Strecke. Und plötzlich ein Schrei: "Da isser!" Und wirklich: Der Nikolaus stapfte mit einem großen Sack auf dem Rücken und einer Rute in der Hand über das verschneite, sonnenüberflutete Feld und stieg in den Zug.

Im Gepäck hatte der Bärtige, alias Norbert Kleiszl, für jedes Kind ein Geschenk. Seit 15 Jahre sind diese Nikolausfahrten der Bergwerksbahn zwischen Benndorf und Hettstedt Tradition. Und auch am vergangenen Wochenende waren alle Fahrten wieder ausverkauft.

Der Ruf dieses Ereignisses hat sich in ganz Deutschland verbreitet - da reisen Familien aus nah und fern an, um daran teilzunehmen. Auch Stefan Dohmeyer war mit der fünfjährigen Tochter Jenny Loreley aus Magdeburg gekommen.

"Das ist eine so schöne Sache mit dieser Nikolausfahrt - das wollte ich unbedingt meine Tochter erleben lassen, denn die ist besonders artig", lobt der stolze Vater. Andere hatten eine noch weitere Anreise. Sie kamen aus Frankfurt / Main, Hannover oder Mannheim.

Lange vor Abfahrtszeit drängten sich die Passagiere in die fünf Waggons. Betreut wurden sie von Vereinsmitgliedern. "Wir haben bei solchen Fahrten immer mächtig viel zu tun", erzählt Zugbegleiter Marcel Ulbrich Lokschlosser von Beruf. Er und Bärbel Pazickowiak gossen den Kinder- und Erwachsenenpunsch während der Fahrt nach, heizten den Kanonenofen im Serviceabteil und hatten im Vorfeld bereits für den weihnachtlichen Schmuck in den Abteilen gesorgt. Auch die verpackten Geschenke wurden vor Fahrtantritt mit Namen und Waggonnummer des Empfängers versehen, am "Paketschalter" im weihnachtlich geschmückten Bahnhofsgebäude abgegeben, von den Vereinsmitgliedern in Säcke verpackt und den Nikoläusen zugeordnet: Denn nur ein Nikolaus allein konnte es nicht schaffen, die Gaben während der Fahrt an die Empfänger zu verteilen.

Als Dank stimmten die großen und kleinen Bahnfahrer mit dem Lied vom Schneeflöckchen ein, bevor der Zug im Hettstedter Bahnhof einlief. Dort wartete die "Besatzung" für die nächste Fahrt schon ungeduldig. "Das ist zwar immer ein langer Tag von 7 Uhr morgens bis zum Abend, aber man hat selbst viel Freude, wenn man die Freude der Kinder erlebt", war Bärbel Pazickowiak zufrieden.

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