Zu hohe Heizkosten, zu geringe Schülerzahlen. Doch Stadtrat und Bürgermeister entschieden sich für den Erhalt. Vorerst. Erstmals nach Monaten der Ungewissheit hatten Schulleiterin Göldner, ihre Kollegen und vor allem die Kinder am Montag wieder allen Grund zur Freude.
Für mehr als 40 000 Euro von der Stadt und dem Landkreis ist der Speiseraum samt Essensausgabe aus dem düsteren Keller in einen leer stehenden Klassenraum zwei Etagen höher gezogen. "Das ist schon toll. Alles ist so schön hell und sauber", findet nicht nur Liane Berndt, die den Kindern zur Feier des Tages Gehacktesstippe oder Hefeklöße auf den Tellern servierte. Noch mehr leuchteten die Augen der Kinder allerdings beim Betreten des Klassenraums nebenan. "Dieser wurde gleichzeitig mit den anderen Umbauarbeiten zu einem großen Spielzimmer umgebaut", sagt die Schulleiterin. Möglich wurde das erst durch einen deutschlandweiten Wettbewerb "Spielen macht Schule", an dem die Grundschule sich im vergangenen Jahr beteiligt hat.
Als eine der wenigen Einrichtungen in Sachsen-Anhalt hatte sie prompt gewonnen. Der Preis? Gleich ganze Listen voll mit Konzentrations-, Lern- und Sprachspielen, von denen sich die Schule 33 aussuchen durfte. Ab sofort dürfen die Lego-Burgen, der Verkehrsteppich, Tischkicker & Co. ausgiebig von den Kindern ausprobiert werden. "Der Spielraum ist super", findet schon jetzt der zehnjährige Leon. Wie alle Schüler wurde er von der gesamten Eröffnung überrascht. "Weil sich die Räume in dem Trakt der ehemaligen Sekundarschule befinden, haben sie nichts mitbekommen", sagt die Schulleiterin.
Auch nicht, wie aus dem ehemaligen Lehrerzimmer ein Ruheraum geworden ist. "Für die nötigen Matten und großen Kissen müssen wir jetzt wieder sparen." Auf dem Erfolg auszuruhen, kommt für die Schule daher nicht in Frage. "Wir haben schon die nächsten Pläne", sagt Göldner. Erst kürzlich wurde eine Kooperationsvereinbarung mit dem Sportverein Blau-Weiß Hettstedt geschlossen. Gemeinsam wird im kommenden Schuljahr eine Schwimm-AG gegründet. Göldner: "Das bietet sich perfekt an, da wir das Klubhausbad vor der Tür haben. Wir wollen aber auch zeigen, dass wir engagiert sind, dass es den Kindern gut geht und eine kleine Schule auch Vorteile hat."