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Feuerwehr: Kreisverband steht vor einer Zerreißprobe

Uhr | Aktualisiert 15.01.2013 20:30 Uhr
Roy Rockmann (r.) gratuliert Helmut Filary zur Wiederwahl als Verbandsvorsitzender. (ARCHIVFOTO: ROHLAND) 
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Der Kreisfeuerwehrverband Mansfeld-Südharz steht rund zehn Monate nach der Neustrukturierung und einem teilweisen Generationswechsel im Vorstand offenbar vor einer Zerreißprobe. Auslöser sind Vorwürfe der Untreue gegen den ehrenamtlich tätigen Vorsitzenden Helmut Filary.
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hettstedt/MZ. 

Der Kreisfeuerwehrverband Mansfeld-Südharz steht rund zehn Monate nach der Neustrukturierung und einem teilweisen Generationswechsel im Vorstand offenbar vor einer Zerreißprobe. Auslöser sind zwei offene Briefe von Mitgliedern des Vorstandes, die der MZ vorliegen, in denen unter anderem Vorwürfe der Untreue gegen den ehrenamtlich tätigen Vorsitzenden Helmut Filary gerichtet werden. Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt bereits gegen Filary wegen des Verdachts der Untreue, bestätigte am Dienstag Oberstaatsanwältin Heike Geyer gegenüber der MZ.

Filary selbst wollte sich zu den Vorwürfen und den Vorgängen im Verband nicht äußern. "Kein Kommentar", sagte der 63-jährige Feuerwehrmann aus Kleinleinungen auf Nachfrage der MZ.

Stellvertreter erstattet Anzeige

Auslöser für die Ermittlungen ist eine Anzeige von Filarys Stellvertreter Roy Rockmann. "Ich habe die Anzeige zwar zurückgezogen, aber die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt von Amts wegen", sagte er. "Aber wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten", erklärte der Wippraer, der sich in einem offenen Brief an alle Wehrleiter wendet und diese auffordert, ihren Einfluss geltend zu machen. "So kann es einfach nicht weitergehen", sagte Rockmann und verwies auf finanzielle Ungereimtheiten. Demnach sei ein so genanntes Rauch-Demo-Haus ohne entsprechenden Vorstandsbeschluss für 3 500 Euro angeschafft worden.

"Uns wurde auch keine Einsicht ins Kassenbuch gewährt", sagte Rockmann, der den Verbleib von 5 000 Euro Sponsorengeldern geklärt wissen wollte. Der Informationsfluss zwischen dem Vorstand und den Mitgliedswehren sei erheblich gestört. "Der Vorstand beziehungsweise einzelne Vorstandsmitglieder schaffen es alleine nicht mehr, eine konstruktive, zielgerichtete und satzungstreue Arbeit zu leisten", beschreibt Rockmann in seinem Brief die Situation aus seiner Sicht. Zudem verweist er auf ein mehrseitiges Schreiben von Kreisjugendwartin Ines Hedler, die ebenfalls auf "Missstände im Kreisfeuerwehrverband" hinweist.

Über 130 Wehren sind Mitglied

Kreisbrandmeister Steffen Hohmann, der auch Amtsleiter für Brandschutz bei der Kreisverwaltung ist, wollte sich nicht zu den offensichtlichen Querelen äußern. "Das sind verbandsinterne Angelegenheiten", sagte er.

Im Kreisfeuerwehrverband sind über 130 Feuerwehren mit rund 1 500 aktiven Feuerwehrleuten aus dem gesamten Landkreis organisiert. Hinzu kommen noch die Altersabteilungen und Jugendfeuerwehren. Im März vergangenen Jahres hatte sich der langjährige Vorsitzende Filary bei der Wahl gegen seinen 26-jährigen Mitbewerber Rockmann durchgesetzt.

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