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Hallescher FC: HFC kassiert in Münster die erste Niederlage 2013

16.02.2013 16:28 Uhr | Aktualisiert 21.02.2013 11:24 Uhr
Zweikampf zwischen Mehmet Kara (Preussen) und Sören Eismann vom HFC.  (BILD: WORBSER)
Von Thomas Düll
Der Hallesche FC hat das Auswärtspiel bei Preußen Münster verloren und damit die erste Niederlage 2013 kassiert. Am Ende hieß es im Preußenstadion 2:0 für die Gastgeber. Mehmet Kara erzielte beide Tore.
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Münster/MZ. 

Kurz vor Abpfiff erhoben sich die Anhänger von Preußen Münster von ihre Plätzen und applaudierten ihrem Helden Mehmet Kara. Münsters Trainer Pavel Dotchev gönnte seinem Spieler des Tages den Moment des Triumphs und verhalf ihm durch seine Auswechslung zum Extra-Beifall von den Rängen. Doch es sagte umso mehr aus, dass selbst in diesem Moment unbeirrt die Gesänge der rund 400 mitgereisten Fans des Halleschen FC die Szenerie dominierten.

Es war die 88. Minute im Spiel Preußen Münster gegen den HFC. Die Anhänger in rot-weiß schwenkten ihre Fahnen, sangen und feierten ihre Mannschaft - trotz der sich anbahnenden 0:2-Niederlage im Preußenstadion. Denn so "perfekt", wie der gegnerische Doppeltorschütze Kara seinen Tag anschließend bezeichnete, hatte Münsters Auftritt gar nicht ausgesehen.

Was der HFC-Block kurz vor Abpfiff honorierte, war eben nicht das Ergebnis. Sondern es war die Leistung des Drittliga-Aufsteigers im Heimstadion eines Aufstiegsaspiranten. Das Team von Sven Köhler hatte dem Tabellendritten über weite Strecken sein Spiel auf- und ihn zum Kontern gezwungen. Doch am Ende standen Köhler und seine Mannen erstmals im Jahr 2013 mit leeren Händen da. Sichtlich enttäuscht zeigte sich der Trainer deshalb: "Das ist einfach nur schade."

Die Hallenser hatten nämlich durchaus überraschend mehr Spielanteile. Das stellte auch Münsters Coach Dotchev seiner Analyse unzufrieden voran. "Nach dem ersten Tor haben wir das Spiel abgegeben", so der gebürtige Bulgare, der seit 2007 die deutsche Staatsbürgerschaft hat. "Wir standen tief in der eigenen Hälfte, auch in der zweiten Halbzeit. Das war nicht nach meinem Geschmack."

Ein Blick auf die Zahlen der ersten 45 Minuten bewies das. 5:1 Ecken holte der HFC, 6:3 Chancen erspielten sich die Gäste. Münster wiederum lief ein ums andere Mal ins Abseits: 5:1 für die Gastgeber.

Dass am Ende der Favorit dennoch triumphieren konnte, lag an der Kaltschnäuzigkeit der Münsteraner. Zwar hatte HFC-Coach Sven Köhler Halle aus der Erfahrung des Hinspiels vor den schauspielerischen Fähigkeiten und der Fallsucht des Gegners gewarnt.

Hartmann verursacht Elfmeter

Doch in der 19. Minute verpasste es die Abwehr der Rot-Weißen, einen schnell ausgeführten Eckstoß von Münster frühzeitig zu stören. Amaury Bischoff suchte und fand an der Grundlinie im Strafraum den Kontakt zum hinter ihm stehenden HFC-Kapitän Marco Hartmann - und fiel. Elfmeter. "Ich habe genau gemerkt, was der will", sagte Übeltäter Hartmann, "deswegen bleibe ich stehen, und er läuft trotzdem in meine Hüfte rein." Kara verwandelte den Strafstoß sicher.

Schiedsrichter Jonas Weickenmeier war bei dieser Entscheidung dennoch nichts vorzuwerfen. Zu geschickt nutzte Bischoff die Situation aus. Und der Unparteiische zeigte bei seinem sechsten Profi-Einsatz gute Übersicht. Als Kara in der 36. Minute Toni Leistner bei dessen erstem HFC-Einsatz erst tunnelte und dann über dessen Oberschenkel flog, zeigte der Schiedsrichter Kara zurecht die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe.

Abstimmungsfehler zum 0:2

Wirklich abgezockt erzielte der Gelbsünder seinen zweiten Treffer. Ein Abstimmungsfehler zwischen Leistner und Sören Eismann führte zum Ballverlust an der Mittellinie. Dennis Grote bediente Kara quer über den Platz, der verlud im Strafraum Steven Ruprecht und netzte ein (50.). Der HFC-Verteidiger ärgerte sich: "Bei so einem Konter kann man nichts mehr machen. Der Fehler passiert auf der anderen Seite."

Besonders bitter stieß den Spielern des HFC jedoch die eigene fehlende Effizienz auf. "Wir haben vier Chancen in der ersten Halbzeit", schimpfte Björn Ziegenbein, "da muss man einfach eine machen. Es gibt einige Dinge, die wir innerhalb der Mannschaft noch besprechen müssen."