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Winterchaos in Halle: Nervige Schlitterpartie

Uhr | Aktualisiert 23.01.2013 10:16 Uhr
Knöcheltiefer Schneematsch am Hauptbahnhof. (FOTO: SILVIO KISON) 
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Der Winter hat Halle voll im Griff: Die Fußgänger und Autofahrer fluchen über schlecht geräumte Straßen und Wege und die Polizei hat Probleme bei der Fahrt mit Angeklagten zum Landgericht.
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Halle (Saale)/MZ. 

Der Winter hat am Dienstag den Verhandlungsplan am halleschen Landgericht gehörig durcheinandergebracht. Etliche Angeklagte konnten aus der Untersuchungshaft im "Roten Ochsen" nicht rechtzeitig über die noch immer verschneiten Straßen ins eigentlich nur wenige Fahrtminuten entfernte Landgericht gebracht werden. Die Folge: Richter und Staatsanwälte mussten sich in den Verhandlungssälen in Geduld üben, ebenso wie die Autofahrer auf den Straßen.

Gegen 21 Uhr hatte der Schneefall am Montagabend ausgesetzt. Seitdem ist keine Flocke mehr vom Himmel gefallen. Doch wer dachte, am Dienstag problemlos mit dem Auto durch Halle rollen zu können, saß einem gewaltigen Irrtum auf. Denn nicht nur auf den Nebenstraßen lag der Schnee noch immer zentimeterhoch: Auch auf der Magistrale in Neustadt und auf der Merseburger Straße wurden Spurwechsel am Dienstag zum gefährlichen Wagnis.

Wenig anders sahen die Fahrbahnen auf ähnlich großen und viel genutzten Trassen selbst noch am Dienstagvormittag aus. Auf dem Gimritzer Damm in Neustadt etwa schlingerten die Autos wie auf einem Schmierfilm in Richtung Rennbahnkreuz. An ein zügiges Anfahren bei grüner Ampel war an der Kreuzung Merseburger Straße / Damaschkestraße überhaupt nicht zu denken. Besonders hart traf es am Dienstag all jene, die es wagten, den Bahnhofsvorplatz mit dem Auto zu befahren oder zu Fuß zu betreten. Einzig ein kleiner Bereich vor dem Haupteingang war dort vom Schnee befreit, alle Wege zum Hauptbahnhof hatte man ansonsten eher leidenschaftslos gestreut. Beim Verlassen des Parkplatzes waren Besitzer von Geländewagen wegen des knöcheltiefen Schnees klar im Vorteil.

Warum aber wird der Schnee nicht gleich zur Seite geräumt, wenn der Winterdienst Salz auf den Straßen verteilt? "Räumschilde haben doch alle Laster dran. Nur sind die immer oben und nicht auf der Fahrbahn", bemängelte MZ-Leser Harald Knische. "Grundsätzlich wird immer erst geschoben und dann gestreut, weil sich an unseren Fahrzeugen vorn die Schiebeeinrichtung und hinten der Solebehälter befindet. Unsere Mitarbeiter geben ihr Bestes, jedoch können die Fahrzeuge erst ab einer Schneehöhe von zwei Zentimetern schieben, da die Schilde Mengen unterhalb dieser Grenze nicht erfassen", teilte Stadtwerkesprecherin Iris Rudolph auf MZ-Nachfrage mit. Seit drei Uhr am Montag sei der Winterdienst im Dauereinsatz gewesen - allein die Stadtwirtschaft mit sechs großen und drei kleinen Fahrzeugen sowie 15 Mann pro Schicht. 20 Tonnen Salz seien bis Dienstagabend verbraucht worden.

Aber nicht nur Teile das Straßennetzes fallen in Halle in die Verantwortung der Stadtwirtschaft. Auch der Bahnhofsvorplatz muss von der Tochterfirma HWS beräumt werden. "Normalerweise wird er als einer der ersten Plätze mit unseren kleinen Fahrzeugen befahren", so Rudolph. Am Dienstag sei das jeweils ein Mal am Vor- und am Nachmittag geschehen. Offenbar aber ohne größere Wirkung. "Wir nehmen uns die Kritik zu Herzen und werden den Bahnhofsvorplatz künftig vorrangig räumen."

Bis zum Abend hatten die Räumdienste schließlich ihre Hausaufgaben gemacht. Zumindest die großen Trassen waren vom Schneematsch befreit. Zu größeren Unfällen ist es laut Polizei im Tagesverlauf nicht gekommen. Zumeist blieb es bei Blechschäden. Und auch am halleschen Landgericht mussten die Verhandlungen dann doch nicht abgesagt werden. Mit etwa einer halben Stunde Verspätung konnten die Prozesse schließlich beginnen.

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