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Porno-Film: Havag-Mitarbeiter wehrt sich gegen Kündigung

Uhr | Aktualisiert 07.11.2012 10:15 Uhr
Die Havag will einem ihrer Mitarbeiter wegen des Drehs eines Porno-Videos in einer Straßenbahn kündigen. (ARCHIVFOTO: LUTZ WINKLER/ARCHIV) 
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Die Havag will einem ihrer Mitarbeiter wegen des Drehs eines Porno-Videos in einer Straßenbahn kündigen. Der Mann wehrt sich gegen die Vorwürfe.
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Halle (Saale)/MZ. 

Zwei Frauen und zwei Männer nutzen am helllichten Tage während der Fahrt eine Straßenbahn der Halleschen Verkehrsbetriebe (Havag) für Sex-Spiele. Das Ganze wird gefilmt und ist seit Monaten im Internet schon über 80.000 Mal abgerufen worden. Jetzt hat sich ein Gericht mit dem Porno-Video beschäftigt: Die Havag will nämlich einem 45-jährigen Mitarbeiter wegen des pikanten Filmchens fristlos kündigen - der wehrt sich aber dagegen.

Der Mann, Straßenbahnfahrer und Betriebsratsmitglied, soll laut Havag etwas mit der Produktion des Streifens zu tun gehabt haben, schließlich war seine Frau eine der Hauptdarstellerinnen und hat sogar eine Produktionsfirma für solche Filme. Außerdem hatte der Havag-Mitarbeiter bereits 2010 eine Abmahnung kassiert, weil er als Fahrer bei einem Sex-Dreh in einem Linienbus mitgemacht hatte. Die Havag zählte auf der Suche nach einem Schuldigen für den neuerlichen Vorfall eins und eins zusammen.

Der 45-Jährige bestreitet aber, an der Entstehung des Pornos in der Straßenbahn beteiligt gewesen zu sein. Das Arbeitsgericht Halle glaubte ihm am Dienstag: Es gebe keine hinreichenden Indizien für diese Annahme. Weder ist bewiesen, dass der Mann die Tram gelenkt hat, noch ist er im Film zu sehen.

Für die Havag dagegen scheint der Fall klar. Der Mann habe doch sogar in einem Gespräch mit der Personalabteilung zugegeben, etwas mit dem Film, der im Frühjahr im zweiten Wagen einer Niederflurbahn gedreht wurde, zu tun zu haben. Am Dienstag vor Gericht bestritt er aber, so etwas gesagt zu haben. "Ich war nicht am Dreh beteiligt, weder als Kameramann, noch als etwas anderes", beteuerte der 45-Jährige. Sein Anwalt Thomas Goldberg sagte, sein Mandant würde es gar nicht wagen, nochmals bei einem ähnlichen Porno mitzumachen, nachdem die Havag ihn deswegen bereits angezählt hatte.

In der Verhandlung am Dienstag ging es zunächst einmal um eine Formsache: Der Betriebsrat der Havag hatte der angestrebten Kündigung des Mitarbeiters nämlich nicht zugestimmt, das wollte die Havag vor Gericht aber erzwingen - vergeblich, der Betriebsrat bekam recht. Allerdings kann das Unternehmen diese Entscheidung anfechten. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige der Havag gegen den Mann.

Und wer hat nun die Straßenbahn gefahren, die als Set für den Porno diente? Die Havag hat es nach eigenen Angaben noch nicht herausgefunden. Unklar ist auch, ob es eine reguläre Fahrt durch Halle oder eine Dienstfahrt war.

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