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Nazi-Aufmarsch: Unruhiger 1. Mai steht in Halle bevor

Uhr | Aktualisiert 01.05.2011 10:51 Uhr
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Null Toleranz für Nazis

Null Toleranz für Nazis: Rechtsextreme wollen in Halle am 1. Mai aufmarschieren. (FOTO: DPA/ARCHIV)

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Die Hallenser und ihre Gäste müssen sich auf einen unruhigen 1. Mai einstellen. Auch gewalttätige Auseinandersetzungen werden befürchtet, wenn am Sonntag ein Aufmarsch von Rechtsextremen stattfindet.
Halle (Saale)/MZ. 

In Polizeikreisen ist auf Seiten der Rechten sowie der linksautonomen Szene von je 50 bis 60 Gewaltbereiten die Rede. Nach Angaben des Innenministeriums sollen rund 900 Polizisten die Demonstrationen absichern. Selbst die Freiwilligen Feuerwehren sind am Sonntag von 9 bis 18 Uhr in erhöhter Alarmbereitschaft.

Bahnhof im Zentrum

Zentrum des Geschehens werden Riebeckplatz sowie der Hauptbahnhof, und seine südliche Umgebung sein. In der Ernst-Kamieth-Straße, am Seiteneingang des Bahnhofs, werden sich um 12 Uhr rechtsextreme Demonstranten zu ihrem Aufmarsch sammeln. Nur rund 200 Meter entfernt, in Sichtweite am anderen Straßenende, läuft dann bereits die Gegen-Kundgebung vom halleschen "Bündnis gegen Rechts". Deren Demonstrationszug startet bereits um 9.30 Uhr am Rannischen Platz und führt zum Bahnhof.

Wenn der Zug der Rechtsextremisten wie geplant um 13 Uhr auf der bisher vorgesehenen, aber noch nicht endgültig feststehenden Aufmarschroute beginnt, dann findet am Riebeckplatz noch eine weitere Kundgebung statt - die der Stadt Halle. Dort werden neben Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) auch Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) sprechen.

Großes Konfliktpotenzial entsteht am Sonntag unter anderem, weil es erklärtes Ziel einiger Gegendemonstrationen ist, den Zug der Neonazis etwa durch Sitzblockaden aufzuhalten. Laut Udo Richter, stellvertretender Polizeipräsident Halles, sei dies aber verboten, nur zeitweilige Blockaden dürfe man hinnehmen. Der Polizeiführer vor Ort müsse entscheiden.

Die Rechtsextremisten haben für Halle 300 bis 350 Teilnehmer angemeldet. Markus Schlegelmilch, Sprecher des "Bündnisses gegen Rechts", rechnet damit, insgesamt rund 1 600 Gegendemonstranten mobilisieren zu können. Dazu gehören auch die Demo der Kommune. Oberbürgermeisterin Szabados ruft am Sonntag auf dem Markt alle Hallenser auf, sich gegen 12.30 Uhr am "Maispaziergang" zum Riebeckplatz zu beteiligen, um dort gegen den Nazi-Aufmarsch zu protestieren. Mit Aktionen wie Sitzblockaden ist dabei nicht zu rechnen.

Kurze Straßensperrungen geplant

Wegen der Demonstrationen müssen sich die Hallenser auf Behinderungen einstellen. "Es sind aber keine dauerhaften Straßensperrungen geplant", sagt Polizeisprecher Siegfried Koch. Man werde lediglich kurzfristig und flexibel, bei Bedarf, absperren.