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Hallescher FC: Sven Köhler wechselt den Sieg ein

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 21:08 Uhr

Maximilian Welzmueller (SpVgg) im Kopfballduell mit Timo Furuholm (HFC). (FOTO: WORBSER)

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Der Hallesche FC hat sich mit einem 3:1 (0:0)-Auswärtssieg bei der Spielvereinigung Unterhaching wieder auf einen Nicht-Abstiegs-Platz gekämpft. Nach Rückstand (Tobias Schweinsteiger) trafen Timo Furuholm, Nils Pichinot und Steven Ruprecht für den HFC.
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Unterhaching/mz. 

Aus irgendeinem Grund traute sich Sven Köhler nicht. Nachdem seine Mannschaft gerade mit dem 3:1-Sieg bei der SpVgg Unterhaching den ersten Sieg des Halleschen FC nach der Winterpause eingefahren hatte, drückte sich der Trainer um eine klare Ansage zu seinem Anteil am Erfolg. Da eilte ihm Vize-Präsident Jörg Sitte zur Hilfe: „Ich sage jetzt das, was Sven nicht sagen kann“, sagte der und fügte mit tiefer Überzeugung an: „Sven hat heute den Sieg eingewechselt.“

Es war ein schönes Kompliment aus eben der Vereinsführung, die in den vergangenen Wochen den Druck auf Köhler erhöht hatte. Doch vor allem war es ein treffendes Kompliment. Denn in der 70. Minute traf der Trainer beim Stand von 0:1 eine couragierte Entscheidung. Der Coach, der nur selten sein Spielsystem 4-2-3-1 verlässt, wechselte mit dem bislang torlosen Stürmer Nils Pichinot einen zweiten Angreifer neben Timo Furuholm ein. Das Glück erzwingen war das Motto. Und der Mut wurde umgehend belohnt.

Zuerst egalisierte der Finne Furuholm nach Vorarbeit von Björn Ziegenbein den Hachinger Vorsprung (71.). Die Spielvereinigung war in der 57. Minute durch einen von Tobias Schweinsteiger verwandelten, mehr als fragwürdigen Foulelfmeter in Führung gegangen. Und nur acht Minuten nach Furuholms Ausgleichstreffer platzte dann auch bei Pichinot der Knoten.

Dennis Mast setzte eine flache Flanke scharf an den kurzen Pfosten. Pichinot rutschte mit der Fußspitze in den Pass, und Torwart Korbinian Müller war geschlagen – 2:1 (79.). Dieses Jokertor ließ nicht nur die mitgereisten HFC-Anhänger jubeln. Ein sichtbar gelöster Pichinot gab mit vor Freude gerötetem Gesicht später Auskunft und fand eine simple Erklärung für seinen Treffer: „Ich habe Dennis schon öfter gesagt, dass er dorthin spielen soll.“

Alle Konzentration auf Furuholm

Etwas analytischer wurde Trainer Sven Köhler anschließend. „Der Druck auf Nils war groß genug in letzter Zeit“, sagte der Coach. Durch die Verpflichtung von Furuholm sei der Druck nun weniger geworden. Genauso die Aufmerksamkeit auf Pichinot. Köhler meinte die öffentliche Aufmerksamkeit. Doch war seine These auch sportlich bestätigt worden. Denn die Hachinger Abwehrspieler hatten sich vor dem Treffer eher auf den bundesligaerfahrenen Furuholm konzentriert. „Und aus der hängenden Position ist Nils dann genau in den frei gewordenen Raum gestoßen“, erklärte Köhler.

Freie Räume gab es in der Partie insgesamt ziemlich wenige. Beide Mannschaften hatten sich aggressives Pressing auf die Fahnen geschrieben und setzten dies auch um. In der ersten Halbzeit sprangen deshalb nur wenige Chancen auf beiden Seiten heraus. Furuholm mit einer vergebenen Großchance nach einem Konter (16.) und auf der Gegenseite Benjamin Kauffmann eine Minute vorher mit einem gefährlichen Schuss aus knapp 20 Metern markierten die Höhepunkte vor der Pause.

Das Spiel nahm Fahrt auf mit jenem Strafstoß für die Gastgeber. Ausgelöst durch einen Schubser von Daniel Ziebig an Stephan Thee. Der war indes so harmlos, dass selbst SpVgg-Trainer Claus Schromm später meinte: „Ein bissl fragwürdig.“ Doch Schiedsrichter Sören Storks hatte es anders gesehen. So glich es sich nur aus, dass die Handelfmeter-Entscheidung für die Gäste in der 84. Minute ebenso grenzwertig war. Markus Schwabl hatte eine Ziebig-Flanke mit dem angelegten Oberarm geklärt. Doch der Unparteiische sah auch das anders. Steven Ruprecht verwandelte sicher zum 3:1-Endstand (85.).

Erster Sieg mit Gegentor

Dazwischen aber lag die erfolgreiche Aufholjagd des Halleschen FC. Ein mutiger Trainer, ein erfolgreicher Joker - fertig waren die Premieren. Denn erstmals in der dritten Liga gelang es den Rot-Weißen, ein Spiel zu drehen. Noch nie konnte der Aufsteiger in dieser Saison nach einem Rückstand wieder zurückkommen. Und mehr: Noch nie konnte er ein Spiel gewinnen, wenn er ein Gegentor kassiert hatte. Doch das, so Köhler, sei nun Vergangenheit: „Wir sind ein klein wenig besser geworden.“

Dem pflichtete auch Hachings Trainer Schromm bei: „Die Mannschaft ist nicht vergleichbar mit dem Gegner aus der Vorrunde.“

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