Herr Schädlich, wie fühlen Sie sich nach dem Erfolg in Aachen?
Schädlich: Gut, aber der Normalfall wird nicht gelobt.
Das klingt nach tiefer Verbitterung. Hat Sie die Serie von zehn Spielen ohne Sieg zuvor so sehr verärgert?
Schädlich: Nein. Ich stelle nicht so schnell gleich alles infrage. Dieser Saisonverlauf ist für einen Neuling doch nicht ungewöhnlich. Er geht mit Euphorie in die neue Liga und zeigt, dass er auch dort Spiele gewinnen kann, wenn alle Profis ihr Leistungsvermögen ausschöpfen. Natürlich kommt irgendwann einmal ein Loch. Auch die Verletzten-Misere hatte dramatische Züge. Ärgerlich war, dass wir trotzdem ein paar Chancen verpasst haben, aus dem Tief früher herauszusteigen.
Ist die Talsohle nach dem jüngsten Erfolg durchschritten?
Schädlich: Wir stecken nach wie vor im harten Abstiegskampf. Wer etwas anderes behauptet, bekommt Ärger mit mir. Der Erfolg hat unsere Position etwas verbessert. Aber in Aachen waren wir Außenseiter, gegen die Dortmunder Reserve sind wir wieder der Favorit. Und gegen die müssen wir die drei Auswärtspunkte vergolden.
Mit der Besetzung der Sturm-Mitte durch Michael Preuß hat Trainer Sven Köhler wieder einmal einen Glücksgriff getan. Was hat er noch alles in petto?
Schädlich: Das verrät er selbst mir vorher nicht. Muss er aber auch nicht. Mir reicht es, wenn ich sehe, dass er trotz dieses kleinen Kaders immer noch Joker im Ärmel hat, von denen nur die Wenigsten etwas ahnen. Köhler findet für fast jeden Spieler noch eine zweite oder dritte Position, auf der uns der Betreffende weiterhelfen kann. So lange das gelingt, glaube ich fest an unsere Mannschaft.