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Hallescher FC: Pleite, Rechnerei und Polizei

Uhr | Aktualisiert 17.11.2012 09:03 Uhr
Helmut Kutsch, Vize des Aufsichtsrats, spricht zu Aachens Fans. (FOTO: DPA) 
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Der Drittliga-Verein Alemannia Aachen muss nun doch einen Insolvenzantrag stellen. Dem Halleschen FC droht der Verlust seines Auswärtssieges.
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Halle (Saale)/MZ. 

Die Nachricht schlug auch in Halle ein wie eine Bombe. Der Fußball-Drittligist Alemannia Aachen muss wenige Monate nach dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Mehr als vier Millionen Euro fehlen. Damit steht zwar der erste Absteiger der Saison 2012 / 13 bereits fest. Doch welche Folgen der Aachener Schritt darüber hinaus für Ligakontrahenten wie den Halleschen FC, der am vergangenen Samstag mit einem 3:0-Sieg die Punkte aus Aachen entführte, und den weiteren Spielbetrieb haben wird, ist noch nicht endgültig klar.

"Die Vorgänge um Alemannia Aachen muss man detailliert betrachten", bremst Markus Stenger, Abteilungsleiter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für den Drittliga-Spielbetrieb, alle Spekulationen. Denn noch sei nicht klar, ob das Insolvenzverfahren überhaupt, und wenn ja, wann eröffnet wird.

Zwei Varianten liegen derzeit im Bereich des Möglichen: Wie im Fall Rot-Weiß Ahlen im Jahr 2011 kann die Eröffnung des Verfahrens bis nach dem letzten Spieltag hinausgezögert werden. "Dann wird die Runde zu Ende gespielt, alle Punkte und Begegnungen zählen", so Stenger. Erst nach Ende der Saison stünde Aachen dann als Tabellenletzter und Absteiger fest. Das wäre für alle Beteiligten und den HFC die beste Variante. Die drei Punkte zählten und ein Abstiegsplatz wäre schon belegt. In der zweiten Variante würde das Insolvenzverfahren während der Saison eröffnet. Alle Punkte, die gegen Aachen erspielt wurden, würden gestrichen. Auch alle kommenden Partien hätten folglich Freundschaftsspielcharakter. Eine Albtraum-Variante für den HFC, denn der Verein müsste auf drei wichtige Punkte in Sachen Klassenerhalt verzichten. Wenigstens blieben ihm die Zuschauereinnahmen aus dem Heimspiel.

HFC-Präsident Michael Schädlich nahm die Nachricht gefasst auf. "Wir schauen nur auf uns. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott", meinte er. Dann machte er eine Rechnung auf. "Nun müssen wir eben nur 18. werden und dafür reichen uns jetzt vielleicht 39 Punkte. Und den Klassenerhalt wollen wir aus eigener Kraft schaffen - egal, ob mit den Punkten aus dem Aachen-Spiel oder ohne sie." Doch er sieht den Fall auch kritisch: "Natürlich fragt man sich, wo der Fehler im System liegt. Ist dem DFB bei seiner Prüfung, die ja völlig in Ordnung ist, Aachen durchgerutscht? Oder wurde er getäuscht?"

Derweil brennt in Aachen die Luft. Mehr als 50 wütende Fans versuchten den Presseraum im Stadion zu stürmen. Die Polizei musste gerufen werden. "Das ist der schwärzeste Tag in der Vereinsgeschichte. Mit diesem Desaster hätte keiner gerechnet", sagte Aufsichtsratschef Meino Heyen. Der Verein will in der Regionalliga einen Neuanfang starten.

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